Sonntag, 30. Juni 2013

Dirt River Radio - Rock n Roll Is My Girlfriend

Band: Dirt River Radio
Album: Rock n Roll Is My Girlfriend
Spielzeit: 41:07 min.
Plattenfirma: Bad Reputation
Veröffentlichung: 14.06.2013
Homepage: www.dirtriverradio.com

WERTUNG: 7 von 10
 

Tracklist:
   
1. Blackhearted (Gin Drinking And Blue)
2. New York City
3. Hard Road (Stevie Wright Cover)
4. The Big One
5. Antique Store Girl
6. England Skies
7. Tonight
8. Fuck You – I Miss You
9. All The Good Girls
10. Broken English Baby

Wer an verkaterten Sonntagen nicht so richtig weiß, was er mit sich selbst anfangen soll und eine kleine, stimmungsvolle Starthilfe in den Tag braucht, ist mit der Mucke von DIRT RIVER RADIO gut beraten. Die Aussies bewegen sich, außer mit einer Ausnahme, fernab des beliebten, heimischen Riff Rocks und können mit ihrem Stilmix aus erdigem Rock, Blues- und Folk durchaus gefallen.

 
Der Silberling erschien bereits im August 2012 und ist, nun endlich, auch regulär bei uns erhältlich. Im Gegensatz zum Debüt "Come Back Romance, All Is Forgiven" klingt "Rock n Roll Is My Girlfriend" deutlich rockiger und nicht mehr ganz so Blues-durchtränkt. Auch an der Position des Sängers hat sich etwas geändert. Heute teilen sich das Gitarristen - Duo Alexander und Brady den Posten. Das sorgt für eine Menge Abwechslung. Das neue Gesicht steht ihnen recht gut und erinnert mich an eine moderne Mischung aus THE FACES / ROD STEWART, THE POGUES und ROLLING STONES.

Die Band besteht aus:

Danger Alexander - Gesang und Gitarre
Heath Brady - Gesang und Gitarre
Anthony Casey - Bass
Blind Mike Saunders - Schlagzeug

Das Material hat einen ganz leichten melancholischen Unterton, versprüht aber trotzdem eine angenehme, positive Rock'n'Roll - Stimmung und ist schön rau und erdig vertont worden. Klingt im ersten Moment vielleicht widersprüchlich, ist aber so und kann es auch nicht besser umschreiben. Für mich passt es einfach und macht Spaß!

Den Beginn macht "Blackhearted (Gin Drinking And Blue)" welches getragen anfängt und immer wieder schöne Spannungsbögen präsentiert. Musikalisch ist die Nummer schwer zu kategorisieren. Die Jungs verarbeiten Elemente des Blues- und Folk Rocks und verzieren ihn mit Gospel-artigen Background Chören. Richtig gelassen und mit einem schönen Orgel + Mundharmonika - Einsatz versehen geht es, mit "New York City", weiter. Der Midtempo Rocker ist ein gekonnter Spagat zwischen bluesigen Rock und Folk und hat schon was hymnenhaftes an sich. Mit dem Cover "Hard Road" erinnern die Aussie-Bengel ein wenig an die Riff Rock Großmeister. Der Track klingt unverblümt rotzig und versprüht einen positiven Rock - Spirit. Mit dem straighten Rocker "Big One" (siehe Clip) halten es die Herren zwar recht simple, aber der Song verfügt über einen unwiderstehlichen Grundrhythmus und Gesang. Die Nummer könnte es ganz locker ins Radio schaffen. Herrlich spritzig intonieren DDR das urige "England Skies" und laden zum Mitgröhlen des Refrains ein. Mit "Fuck You - I Miss You" holen sie die grobe Folk Rock Keule heraus und erinnern mich an eine Rock'n'Roll Version von THE POGUES. Sehr feiner Track.

Leider ist nicht das komplette Material auf einem so guten Niveau und es haben sich ein paar durchschnittliche Nummern eingeschlichen. Nichtsdestotrotz ist DIRT RIVER RADIO, mit dem Zweitling, ein durchaus hörenswertes Album gelungen.

Wer auf erdigen, bluesigen / folkigen Rock abfährt, sollte an "Rock n Roll Is My Girlfriend" gefallen finden.

Von meiner Seite gibt es ganz solide und feste 7 Punkte.

Götz

Trucker Diablo - Songs Of Iron

 
Band: Trucker Diablo
Album: Songs Of Iron
Spielzeit: 63:38 min.
Plattenfirma: Bad Reputation
Veröffentlichung: 15.05.2013
Homepage: www.truckerdiablo.com

WERTUNG: 8,5 von 10


Tracklist:
   
Red Light On
Year Of The Truck
The Rebel
Drive
Not So Superstar
Streets Run Red
Lie To Me
Maybe You’re The One
Bulldozer
Rock Hallelujah
Highway Radio
When’s It Gonna Rain?
Shame On You
I Wanna Party With You

David Mann (gespielt von Dennis Weaver) hatte es, in Steven Spielbergs erstem Film "Duell", wirklich nicht leicht und musste sich mit den Schikanen des diabolischen Fernfahrers auseinandersetzen. Alles andere als rumplagen/sich fürchten - oder gar gegen aufkommende Langeweile ankämpfen - muss man beim Hören des Zweitlings des nordirischen Quartetts definitiv nicht. Also keine Angst, denn sie wollen nur spielen!!

Und das machen sie wirklich gut. Ihr markiger und druckvoller Heavy Rock ist ein Paradebeispiel, wie eine modern orientierte Rockformation klingen kann, ohne sich zu sehr an irgend einen Trend anzubiedern. Sie erfinden das Musikgenre zwar nicht neu, aber überzeugen mit ihrem Stil-Mix aus (hauptsächlich) Hard- und leichten Southern Rock Anleihen. Die Nordiren spielen mit einem ganzen Sack voller Power / Härte auf, sind talentierte Songwriter / Musiker, mit viel Verständnis für Abwechslung und verfügen über einen starken Sänger. Klar, das bieten viele Bands und macht TRUCKER DIABLO's "Songs Of Iron" noch nicht zum MUST-HAVE. Aber welche Newcomer Band (mit zwei Scheiben im Gepäck kann man die Bezeichnung ruhig benutzen ;-)) schafft es ernsthaft, dass ihr zweites Output nur mit Ohrwürmern/kleinen Hits gespickt ist?

Die Band war letztes Jahr viel "on the road" und hat einige, wertvolle Erfahrungen sammeln können. Das brachte ihnen Supportslots für u. a. THIN LIZZY, ANTHRAX und BLACK STONE CHERRY ein.

 

Die Combo besteht aus:
- Tom Harte - Gesang und Gitarre

- Simon Haddock - Gitarre und Gesang
- Glenn Harrison - Bass und Gesang
- Terry Crawford - Schlagzeug

Der Silberling verfügt über eine herrlich frische und powervolle Produktion, welche über gehörige Ecken und Kanten verfügt. Die FERNFAHRER rocken einfach spontan, mit einem gehörigen Härtegrad, drauf los, versehen ihre Tracks mit der nötigen Portion Melodie und Eingängigkeit und zeigen, dass sie an den Instrumenten alles andere als Stümper sind. Das Gitarren-Duo Haddock / Harte serviert einige kernige Riffs und überraschen mit sehr vielen, tollen Soli's. Glenn's Bass ist unüberhörbar in Szene gesetzt und Terry Crawford peitscht, mit einem vielseitigen Drumming, die Jungs vor sich her.
Tom Harte verfügt über ein sehr markiges und charismatisches Organ, welche prädestiniert, für diese Art von Hardrock, ist.

Alle 14 Songs auf "Songs Of Iron" sind fabelhaft und vielseitig komponierte Nummern, welche vom kompromisslos wuchtigen und straighten Rocker bis zur, fast schon obligatorischen, Ballade reichen. Ob es nun gewollt war oder auch nicht, hat jede Nummer das Potential im Radio gespielt zu werden. Eine wirklich saustarke Leistung!!!

Gleich der groovende Opener "Red Light On" verfügt über eine tolle Melodie, einer ausdrucksstarken Gesangsperformance und einem leicht einprägsamen Refrain. Beachtung sollte man, dem oben schon erwähnten, Spiel der kompakten und dominanten Rhythmusfraktion schenken. Cooler Start, aber das folgende "Year Of The Truck" beweist, dass es die Jungs noch viel, viel besser können. Die Gitarrenfraktion knallt wuchtig aus den Boxen, trotz einer gehörigen Grundhärte werden starke und wiedererkennsungsstarke Melodiebögen eingebaut und Refrain/Gesang sind wieder sehr gut. Das eigentliche Highlight ist das phantastische, vom klassischen Hardrock inspirierte Gitarrensolo. Sehr gute Nummer. Ein wenig massentauglicher ist die Single "Drive" ausgefallen. Mit einem eingängigen und rockigen Mix aus Southern- und Hard Rock, in einer eher moderaten Geschwindigkeit vorgetragen, brennt sich der hitverdächtige Refrain und die Melodieführung in den Gehörgang. "Not So Superstar", "Bulldozer" und "Lie To Me" bieten anschließend einen erfrischenden Kontrast und die Musiker beweisen erneut, um was für gute Instrumentalisten es sich bei ihnen handelt. Sie rocken straight, punktgenau und sehr dynamisch. Mit "The Streets Run Red" hat die Formation den nächsten Kandidat für eine Hitsingle am Start. Einfach schön frisch und voller drive klingt der Rocker - mit Southern Verweisen -, verfügt über tolle Harmonien und dem starken Vocaleinsatz des Sängers. "Rock Hallelujah" kommt sehr leichtfüßig und locker daher. Neben dem Gesang zeigt Harte, beim Solo, dass er sein Instrument richtig gut beherrscht. Sehr feine Leistung! Mit "Highway Radio" lassen sie ein bisschen LYNARD SKYNARD - Spirit durch die Boxen erklingen und wieder punktet der Song durch ein phänomenales Solo.

Mit "Songs Of Iron" serviert uns der Vierer ein wirklich unterhaltsames und abwechslungsreiche Rockalbum, dass über die ganze Spiellänge überzeugen kann. Die Songs strotzen vor Kraft, TRUCKER DIABLO sind sehr, sehr gute Musiker / Songwriter und verfügen über einen starken Sänger. Mehr Gründe braucht die Scheibe auch nicht, um unbedingt angetestet zu werden!

Wer auf richtig starken, amerikanisch geprägten Heavy Rock abfährt, sollte hier unbedingt zugreifen!!

Von meiner Seite gibt es eine Kaufempfehlung und ich drücke 8,5 mal auf die Hupe.

Götz

Samstag, 29. Juni 2013

Oliva - Raise The Curtain

     
Interpret: Oliva
Album: Raise The Curtain
Spielzeit: 56:42 min.

Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 05.06.2013
Homepage: www.jonoliva.net

     
WERTUNG: 9 von 10
 

Tracklist:

01. Raise The Curtain
02. Soul Chaser
03. Ten Years
04. Father Time
05. I Know
06. Big Brother
07. Armageddon
08. Soldier
09. Stalker
10. The Witch
11. Can't Get Away
12. The Truth (Bonus) 



Jon Oliva hat ja fast schon Heiligenstatuts in der Hard n' Hevay Gemeinde und das wohl auch völlig zurecht. Das charismatische Dickerchen liefert seit über 30 Jahren durchweg Qualität ab, sei es mit Savatage, der "Nachfolgetruppe "Jon Oliva's Pain oder auch durch sein Mitwirken am Trans Siberian Orchestra. 
Mit "Raise The Curtain "liefert Jon nunmehr sein allererstes Solo-Album ab. Das Multitalent hat fast alle Instruente im Alleingang eingespielt - fast unfassbar, dass dann alles so gut abgestimmt klingt, als ob eine "echte" Band am Werk ist. Teilweise sind auf "Raise The Curtain" noch die letztes Ideen seines leider viel zu früh verstorbenen Bruders Criss zu hören, an dessen Tod Jon verständlicherweise noch immer zu knabbern hat.
Wie es sich für ein Solo-Album gehört, ist der musikalische Inhalt doch etwas breiter gefächert als bei Savatage oder Pain und das ist absolut gut so. Teilweise gibt es faustdicke Überraschungen zu hören. Aber nachfolgend im Einzelnen:
Das Intro "Raise The Curtain" ist majestätisch bombastisch wie zu besten Sava-Zeiten und macht Lust auf mehr. Auch "Soul Chaser" könnte von den besten alten Savatage - Scheiben stammen. Gesanglich ist Meister Oliva wie nicht anders zu erwarten top drauf. Mittlerweile hat er auch bereits 50 Kilo abgenommen, was sich aber offenbar nicht auf die Stimmbänder geschlagen hat.
"Ten Years" ist die erste Überraschung - hier sind doch tatsächlich Blasinstrumente zu hören, die Jon auch selber eingepustet hat - sehr löblich, kommen doch viele solche "Instrumente" heutzutage aus der Konserve und sind synthetisch. Der Song selber ist sehr 70's lastig und ein richtig kleiner Hit. Top-Track! Und es geht klasse weiter: "Father Time" wartet mit einem super-funkigen Gitarrenlick auf, das sich durch den gesamten Song durchzieht. Das klingt sehr cool und macht den Track zu einem echten Highlight. 
"I Know" scheint textlich sehr christlich angehaucht zu sein (die Lyrics liegen mir zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht vor). Hier handelt es sich um eine Bombastballade, die auch auf "Streets" hätte stehe können. Fantastischer Track mit viel Atmosphäre.
Mit "Big Brother" wird wieder Fahrt aufgenommen und der Härtegrad nach oben geschraubt. Hier auch wieder starke Reminiszenzen an die 70er Jahre mit der Schweineorgel ala Jon Lord. Im Chorus brüllt sich Jon aggressiv den Weg frei und macht dabei keine Gefangenen. Der wohl härteste Song der CD. "Armageddon" geht nicht ganz so einfach ins Ohr und braucht ein paar Durchgänge, der Track ist schon beinahe proggig. 
Mit dem nachdenklichen "Soldier" begibt sich das Album wieder in ruhigere Gefilde, diesmal untermalen mit Flöten.- Abwechslung wird hier gross geschrieben. Einmal mehr wird hier der variable Gesang von Meister Oliva deutlich, der hier "clean" singt  und für Gänsehautmomente sorgt.
Das vertrackte "Stalker" ist nicht der stärkste Song des Albums, bringt aber das verrückte Hirn des Besungenen absolut rüber. 
Bei "The Witch" denkt man erst, es handelt sich um ein reines Instrumentalstück. Erinnert mich persönlich etwas an Rush's instrumentale Klassiker. Der Track hat dann aber doch eine (relativ kurze) Gesangslinie.
"Can't get Away" beginnt mega-relaxed, steigert sich aber bis zu seinem bombastischen Finale eindrucksvoll, auch hier kommen wieder Bläsereinsätze vor. Außergewöhnlich wie irgendwie die gesamte Scheibe!
Als Bonustrack gibt es "The Truth", der mich irgendwie in den Strophen an Take That's "Back For Good" (kein Witz) erinnert. Nichtsdestotrotz ein klasse ruhiger Song, die Scheibe gebührend beschließt.
Wer richtig harten Stoff erwartet dürfte von "Raise the Curtain" vielleicht etwas enttäuscht sein. Ich hingegen bin aufgrund der Vielfalt und des Abwechslungsreichtums begeistert und vergebe verdiente 9 Points.


Martin
 

Donnerstag, 27. Juni 2013

3 Dayz Whizkey - Black Water

Band: 3 Dayz Whizkey
Album: Black Water
Spielzeit: 45:31 min.
Plattenfirma: Timezone
Veröffentlichung: 16.08.2013
Homepage: www.3dayz.de

WERTUNG: 9,5 von 10

Tracklist:

1. The Gambler
2. All Night Long
3. Bad Luck Woman
4. Rock And Roll
5. Now That You're Gone
6. The King
7. Black Rider
8. Make My Day
9. Blues Is King
10. Rattlesnake Brake
11. No Escape From The Night
12. Mick Jagger
13. Devil Woman
14. Love's Gone Bad
15. Got No time

Im Haus "Götzburg" hängt der Haussegen schief. Ich entwickle mich immer mehr zum Soziopathen, will nicht mehr essen, will meine Freundin nicht mehr sehen, täusche Übelkeit und Migräneanfälle vor und meide es mich zu weit von meinem CD Player zu entfernen, auf dem sich momentan nur eine CD dreht.

Schuld an diesem Umstand sind fünf Burschen aus dem Süden unseres Landes, welche im Rockingboy schon - und absolut verdient - wohlwollend erwähnt wurden. Ihr Debüt "The Devil And The Deep Blue Sea" bot/bietet eine herrlich frische und spontane Mischung aus den Hauptbestandteilen Blues-, Hard- und Southern Rock. Die Jungs verstanden es mit ihrem erdigen und authentischen Sound zu begeistern.

Nur ein Jahr nach dem erstklassigen Debüt, welches noch als Trio live eingespielt wurde, melden sich die Herren von 3 DAYZ WHIZKEY, musikalisch, wieder zu Wort. Ihr zweites Album "Black Water" steht kurz vor der Veröffentlichung (Releasedatum: 16. August 2013) und dürfte, bei den Zuhörern, für offene Münder sorgen. Um es gleich auf den Punkt zu bringen, ohne viele Worte zu verlieren: die Band hat sich enorm, musikalisch und songwriterisch weiterentwickelt!

Tummelten sich auf dem Debüt noch wuchtige und raue Blues Rock Nummern, mit vielen Ecken und Kanten, strahlen auf dem Zweitling 15 wunderschöne und mitreißende Rock-Diamanten, die einen feinen und edlen Schliff erhalten haben und trotzdem die vergangenen Tugenden beinhalten. Die meisten Songs thronen auf einem erdigen Blues Rock Fundament und werden durch einen gewaltigen Schuß Southern- und Hard Rock + leichten Country-Einflüssen verfeinert.

Beim Komponieren hat Songwriter Copperfield wieder kompakte und von jedem überflüssigen Brimborium freie Nummern auf das Papier gebracht, welche sehr abwechslungsreich ausgefallen sind. Das musikalische Spektrum ist enorm und lässt keine Wünsche offen. Auf "BW" tummeln sich basische und straighte Rocker,  relaxte Blues Nummern, kitschbefreite Balladen und eine Kollaboration mit Dr. Will.

Die beiden "Neuzugänge" - sind inzwischen ein knappes Jahr dabei - Myles (Gesang) und Brad the Snake (Rhythmusgitarre) haben sich wunderbar integriert und das hört man dem Album auch an. Es wird unbekümmert und frisch drauf los gerockt.

Natürlich liefern alle beteiligten Musiker einen klasse Job ab. Durch das Hinzukommen von Brad klingen die Gitarren noch breitbeiniger und es gibt mehr Platz für ein vielseitigeres Spiel. T. G. überzeugt durch feine Soli und Big Tony und Little Chris schließen, durch ihr tightes Spiel, jede Soundlücke. Tja, und nun kommen wir zum Thema Sänger. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was die Band dazu bewogen hat, sich für ihn zu entscheiden ... EGAL WAS ES AUCH WAR ... ES WAR DEFINITIV DIE RICHTIGE ENTSCHEIDUNG!!! Der Mann hat ein wahnsinniges Stimmvolumen, agiert von zart bis rau und rockig und setzt seine sehr warme Stimme vielseitig ein. Einfach eine mordsmäßige und absolut überzeugende Leistung des Mannes!!!

Es ist verdammt schwer einzelne Songs hervorzuheben, da alle 15 Tracks (!!!) auf einem sehr starken Niveau sind.
Eröffnet wird "Black Water" durch die Single "The Gambler", bei dem die WHIZKEY's unbeschwert und locker losrocken. Das Gespann Brad & T. G. ergänzt sich wirklich klasse und ermöglicht den Leadgitarristen ein noch feineres Spiel an den Tag zu legen. Der Sänger punktet, durch seinen kraftvollen Gesang, auf ganzer Linie. Der Song lässt die gute Laune in mir steigen und ist, eins von sehr vielen, Highlights auf dem Silberling. Erdig und wuchtig wird es beim groovigen "All Night Long". Die Gitarren rocken kernig und Big Tony lässt die guten alten Hammond Orgel Tunes los. Starke Nummer. Bei "Rock And Roll" wird genau das geboten, was der Titel verspricht. Es wird einfach straight nach vorne gerockt und das Endresultat macht endlos viel Spaß! Ich bin wirklich kein Freund von Balladen, da sie meistens die Kitschschwelle maßlos überschreiten. Mit "Now That You're Gone" beweisen die Jungs, dass dies nicht immer der Fall sein muss und auch total unpeinlich klingen kann. Myles singt voller Emotionen und sehr einfühlsam. An den Instrumenten wird eher basisch, ohne den Song zu überladen, agiert. Auf "Make My Day" zeigt die Band ihre Vorliebe für erdigen und harten Blues Rock. Copperfield brilliert an der Sechssaitigen und auch die restliche Formation präsentiert sich gnadenlos und souverän aufspielend. Tyler's Gesang grenzt schon an "positive" seelische Grausamkeit! In mir hat er einen Fan gefunden! Die Nummer ist mein Favorit.

Was "Black Water" noch so alles zu bieten hat, könnt Ihr erfahren, wenn Ihr Euch diese tolle Scheibe zulegt und anhört ;-).

Ich bin davon ausgegangen, dass das neue Album gut wird, aber das es so stark ausfällt und sich 3 DAYZ WHIZKEY so vielseitig präsentieren würden, damit habe ich nicht gerechnet. Wer auf abwechslungsreichen, spielfreudigen, frischen und verdammt unterhaltsamen Rock, mit starken Blues-Verweisen, abfährt, sollte sich "Black Water" auf den Merkzettel notieren.

Die Band ist wie ein, im Eichenholzfaß, gereifter 25 jähriger Whisky ... es gibt nur einen Unterschied! Die Jungs haben nur ein knappes Jahr gebraucht um so reif, schmackhaft und unwiderstehlich zu werden!

UNBEDINGT KAUFEN UND GENIESSEN!!

Well done, Guys!!!

Für das fabelhafte Album gibt es 9,5 Hüte.

Götz

Magnus Karlsson's Free Fall

Interpret: Magnus Karlsson
Album: Magnus Karlsson's Free Fall
Spielzeit: 54:12

Plattenfirma: Frontiers
Veröffentlichung: 11.06.2013
Homepage: https://www.facebook.com/MAGNUSKARLSSONSFREEFALL?fref=ts



WERTUNG:  6,5 von 10
 

Tracklist:

1. Free Fall (vocals: Russell Allen)
2. Higher (
vocals: Ralf Scheepers)
3. Heading Out (
vocals: Magnus Karlsson)
4. Stronger (
vocals: Tony Harnell)
5. Not My Saviour (
vocals: Rick Altzi)
6. Us Against the World (
vocals: David Readman)
7. Our Time has Come (
vocals: Mark Boals)
8. Ready or Not (
vocals: Magnus Karlsson)
9. Last Tribe (
vocals: Rickard Bengtsson)
10. Fighting (
vocals: Herman Saming)
11. Dreamers & Hunters (
vocals: Mike Andersson)
12. On Fire (
vocals: Magnus Karlsson)  


Magnus Karlsson mag man beim ersten Lesen nicht wirklich kennen, jedoch ist der Gute ein Hansdampf in allen Gassen. Allen/Lande, Starbreaker, Kiske/Summerville - alles Bands (oder sagen wir mal "Projekte"), auf denen der Gitarrenhexer zu finden ist. Derzeit ist er auch Gitarrero von Primal Fear. "Free Fall" ist das erste "echte" Soloalbum unter seinem Eigennamen, sieht man sich aber einmal an, wer da alles mitwirkt, ist es auch eine Art "Projekt", zudem bei Frontiers erschienen, die ja derartige Projekt im Überfluß auf den Markt werfen, leider nicht immer in überzeugender Qualität.

Wie ist "Free Fall" nun ausgefallen? Der erste Song lässt Gutes vermuten: "Free Fall" rockt an allen Ecken und Enden, hat eine Topmelodie und einen sehr geilen Chorus, der Ohrwurmcharakter hat. Auch Russell Allen (ich weiss manch vergöttern ihn - ich gehöre da jedoch nicht dazu!) macht hier keine Gefangenen und zeigt sich hier von seiner besseren Seite anstatt alles in Grund und Boden zu schreien (wie z.B. bei Adrenalin Mob oder seiner Hauptband). Top-Einstieg. "Higher" scheint das Niveau zu halten, mit Ralf Scheepers am Mikro kann an sich auch nichts schiefgehen......
.....sollte man meinen, ehe der Chorus einsetzt. Was ist da zu vernehmen  - grauenhaftes digitalisiertes Autotuning, wie man es vielleicht von Britney Spears, Keesha und Konsorten erwartet. Ein echter "What The Fuck" Moment, der einen ansonsten sehr guten Song komplett in sich zusammenstürzen lässt. Selten wurde ein Stück derart von Effekten verhunzt wie dieser.
Überhaupt zum Sound: Hier tobt er wieder der "Loudness-War" . Bass und Drums wurden in den Vordergrund gemischt und auf "so laut wie möglich" getrimmt, dass man die Details im Gitarrenspiel von Mr. Karlsson gar nicht mehr mitbekommt. Leider keine Seltenheit bei den heutigen Veröffentlichungen. Weniger ist da wirklich manchmal mehr. 
"Heading Out" zeigt, dass Karlsson selbst auch gute Stimmbänder besitzt wenngleich der Song einen nicht wirklich aus den Latschen kippen lässt.
"Stronger" mit dem seit seinem TNT-Abgang etwas in der Versenkung verschwundenen Tony Harnell ist da schon wieder ein anderes Kaliber. Eine sehr gelungene Ballade mit Gänsehautfaktor.
"Not My Saviour" ist auch eher wieder Standard-Füll-Material, ebenfalls fällt hier wieder der übersteuerte Sound sehr negativ auf. 
Das locker-flockige "Us Against The World" kommt da schon wieder besser rüber, David Readman singt hier wenigstens wieder wie er selbst und nicht wie ein Coverdale-Clone wie auf der letzten Voodoo-Snake-Scheibe.
Was man spätestens bei "Our Time Has Come" merkt ist, dass die Abwechslung doch etwas fehlt. Meist beginnt ein Song mit einem mystischen Keyboard-Intro, ehe dann ein fettes Riff einsetzt und das ganze dann letztlich in einen mehr oder minder gelungenen Chorus mündet. Nett aber über die lange Strecke trotz der abwechselnden Sänger eine etwas ermüdende und langweilige Angelegenheit. Viele Songs der zweiten Hälfte der Scheibe klingen doch arg austauschbar und wie vom Reißbrett. "Eine typische Frontiers-Projektscheibe" würden Spötter nun behaupten und da liegen sie nicht wirklich verkehrt. Einzig "Fighting" mit A.C.T.-Vocalakrobat Herman Saming fällt etwas aus dem Rahmen, was aber mehr an der außergewöhnlichen Stimme von Meister Saming liegt.

Was bleibt ist eine recht nette Scheibe, die aber der recht übersteuerte Sound und viele austauschbare Songs etwas ins Abseits fahren. Auch die Soli des Meisters sind nicht immer gelungen und zum Stück passend sondern eher der Marke" Solo des Solos wegen".

Mich überzeugt das Gebotene nicht ganz und so ist das Teil mit einer 6,5 noch relativ gut bedient.


Martin

Sonntag, 23. Juni 2013

Sideburn - Gasoline (Re-Release)

Band: Sideburn
Album: Gasoline (Re-Release)
Spielzeit: 58:53 min.
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 24.05.2013
Homepage: www.sideburn.ch

WERTUNG: 7,5 von 10

Tracklist:
       
1. Baby Don´t Care
2. Gasoline
3. Walls Of Shame
4. Gangster Lover
5. Black Sheep
6. Trouble Maker
7. Giov In L.A.
8. Never Kill The Chicken
9. Rip It Up
10. Attitude
11. Boots For Hire
12. Slave To The Core - Bonus Song (Live)
13. Crocodile - Bonus Song (Live)
14. Get That Way - Bonus Song (Live)

Oh Mann ... das hier scheint sich ja zum Riff Rock Sommer zu entwickeln. AIRBOURNE känguruhen sich durch die CD Spieler - wobei ich sie immer noch für absolut überbewertet halte - und die sympathischen Newbies von N2H4 hüpfen ungehobelt auf den Pub-/Club-Brettern herum. Und dies sind nur 2 von zig Beispiele, für Combo's, die sich von den australischen Göttern inspiriert fühlen. Eine Formation, die schon seit Mitte der '90er Jahre ihr Ding durchzieht, ist SIDEBURN. Die Schweizer haben bisher 6 Alben herausgebracht und werden, noch dieses Jahr, Numero 7 folgen lassen. Um die Wartezeit, zwischen "Jail" (2011) und dem neuen Output, zu überbrücken, haben sie sich zur Wiederveröffentlichung ihres dritten Studioalbums "Gasoline" (erschien 2003) entschieden. Als kleines Goody gibt es dazu noch 3 Live-Tracks.

Im Verlauf ihrer Kariere haben die Eidgenossen schon für so manchen renommierten Act die Shows eröffnet. Darunter waren Metal-Lady DORO, DIO, MOTÖRHEAD, KISS etc. etc. etc.. Ihr Sound ist dem ihrer Landsmänner KROKUS nicht ganz so unähnlich, wobei ich SIDEBURN's "Gasoline", dem aktuellen Release der alten Hasen, ganz klar den Vorzug gebe. Das 2003'er Album klingt einfach frisch, voller Drive, spontan und enthält klasse Songs!

Das Quintett besteht aus:
Roland - Gesang
Mike - Gitarre
Lawrence - Gitarre
Nick - Bass
Lionel - Schlagzeug

Neben dem AC/DC - Einfluss gehören ZZ TOP zu den Lieblingsbands der Gruppe und das macht sich in der Musik auch bemerkbar. Der deftige Heavy Rock weist eine schöne Blues Rock Schlagseite auf. Die beiden Inspirationsquellen werden zu einem sehr ordentlichen und deftigen Heavy Rock Potpourri verschmolzen, ohne das dabei ein gewisses Maß an Eigenständigkeit verloren geht.

Der Opener "Baby Don´t Care" ist ein kerniger und stampfender Rocker, welcher vor Schweiß und Rotz nur so strotzt und ein mehr als gelungenen Start darstellt. Rolands's raues Organ passt wie die berühmte Faust auf's Auge. Danach folgt, mit dem Titeltrack, die Rock'n'Roll Vollpackung, bei der man automatisch mitgehen muss. Das Gitarrengespann Mike und Lawrence verleihen dem Song einen super mitreißenden Southern'N'Rock'N'Roll Touch und der Refrain will nicht mehr aus dem Kopf. Ein wenig schwerer und mit einem starken bluesy-touch präsentiert der Fünfer "Blood Sheep" und zollen ihren Vorbildern Tribut. Trotz der Soundähnlichkeit hat der Song einen wirklich coolen Groove und wächst von Durchgang zu Durchgang immer mehr. Eine richtig geile Meile ist der Southern Blues Rocker "Never Kill The Chicken" und ist ein Garant für gute Laune! Sehr kompetente und ideenreiche Verneigung in Richtung der 3 Bärte!

SIDEBURN's "Gasoline" macht einfach Spaß, klingt frisch und bietet Riff Rock mit genügend eigenen Ideen.

Da ich die Band bisher noch nicht kannte - Asche auf mein Haupt! - sind die Schweizer - neben den oben genannten N2H4 - meine momentanen Lieblinge in Sachen ehrlichen, rotzig und kernig dargebotenen Rock!

Wer es straight, simple und gut mag, sollte der Scheibe unbedingt eine Chance geben und einem Hörtest unterziehen.
Ihr werdet nicht enttäuscht sein!

Es gehen 7,5 schwere Toblerone-Steine in Richtung der Jungens!

Götz

Samstag, 22. Juni 2013

Status Quo - Bula Quo!



Band: Status Quo
Album:  Bula Quo
Spielzeit:CD 1: 29 Minuten; CD 2: 45 Minuten
Plattenfirma: Fourth Chord Records Ltd
Veröffentlichung: 07. Juni.2013
weltweites Netz:

  Wertung:  6 /10                                               Wertung :  7,5 /10




Trackliste  CD 1:

Trackliste CD 2:
1. Loocking Out For Caroline
1. Living On An Island
2. Go-Go-Go    
2. Frozen Hero ( Album Quid Pro Quo)
3. Run And Hide
3. Reality Cheque ( Album Quid Pro Quo
4. Loocking Out For Caroline
4. Rockin´All Over The World (Bula Edition)
5. Mystery Island
5. Caroline ( Live At Montreux)
6. All That Money
6. Beginning Of The End ( Live 2010)
7. Never Leave a Friend Behind              
7. Don’t Drive My Car ( Live 2010)
8. Fiji Time
8. Pictures Of Matchstick Man ( Montreux)
9. Bula Bula Quo
9. What Ever You Want ( Live 2010)

10. Down Down (Live 2010)


Quo firmierten auf CD 1 in folgendem Lineup:
Rossi und Parfitt, Gesang, Gitarren
Andy Bown; Gitarre, Keys und Gesang
John 'Rhino' Edwards, Bass, Gitarre, Gesang
Matt Letley, Drums.

Der deutsche Vertrieb Flying Dophin Entertainment lies sich nicht lumpen, mir das sehr fein aufgemachte Doppelalbum in Originalversion zuzusenden.  Liebevolle  und stimmig gehaltene Gestaltung, muss man auf den ersten Blick zugestehen.
„Bula Quo“  ist ein Soundtrack (CD2) und somit ein Novum in der nunmehr 50zigjährigen Bandhistorie von Status Quo. CD 1, das Album,  ist sozusagen die regalierte Beigabe. Wann der Film, angekündigt mit den Barden Rossi und Parfitt in den Hauptrollen, auf den teutonischen Leinwänden flimmern soll, war bisher nicht rauszubekommen, auf der Insel jedenfalls ab 15.Juli dieses Sommers. Bleiben wir also mal im audiophilem Bereich. 

CD 1 bietet  unterm Bruchstrich weitgehend die gewohnte Boogie –Maschine seit Jahrzehnten, schmiert aber exorbitant gegenüber dem Vorgänger „Quid Pro Quid“ ab. Da ist zunächst mit „ Loocking Out For Caroline“ das wippende, Telecoaster fundierte -  ich klopp die Septen -Strickschema artikuliert, dass wir mit  den beiden Hauptakteuren rockgeschichtlich uneingeschränkt verorten dürften. Immer schön die Viertel, dazu ab und an auch nen schräg angeschnittener Chord aus dem Nachbarbierglas. Der erste Titel ist auch gleich der Beste des ersten Teils.


Um die Schablonierung etwas griffiger zu facettieren, biegen die beiden Luftgitarrenerfinder im Folgenden etwas um die Corner, "Run And Hide" etwa bietet einen grazilen Stoner – Schlenker, aber schon „Loocking Out For Caroline“ weist den Weg zurück zum breitgrätschigen Ausfallschritt. Das ist nun alles grundsätzlich für gut und solide  zu befinden, innovativ ist es nicht, und das hätten wir auch nicht erwartet, wollen das gar nicht mehr von den beiden Ikonen. Wir hoffen eigentlich viel mehr auf die lang vermunkelte 70bziger Reunion mit Lancaster und Coghlan, als die legendäre Frantic  -Four. Aber auch egal, denn der 5.Track „Mistery Island“ (gedacht sicher als ein riesengroßer Ulk, diese dem Rockerherzen schwer zuträgliche überzuckerte  Aloha – Weise) leitet den beständigen Qualitätsverlust des Albums ein. Allein „Never Leave A Friend Behind“ bäumt sich gegen diese Tendenz noch einmal ein wenig auf, aber schon das unsägliche mit SKA Riffen angemischte  „Fiji Time“ konsolidiert den Abwärtstrend. Auch der treibend startende Titelsong ist schlußendlich keine wirkliche Erfahrung.

CD 2, weitgehend ein Compilation – Livealbum startet mit der Studio - Neueinspielung „Living On An Island“ auch dieser (alte) Titel bedient die Südseethematik und ist wohl eher unter dem Soundtrackthema einzuordnen,  strapaziert jedoch. Frozen Hero, vom letzten Studioalbum  neu abgemischt, nun endlich die Quo, die wir haben wollen. Klugerweise sind auch die folgenden Auskopplungen regietechnische Sahneschnitten. Witzig das neu arrangierte frische Rockin´All Over“ das eigentlich tot gespielt ist, aber hier frisch neu arrangiert präsentiert wird. Absolut überragend die Live – Einspielungen von „Caroline“ die Perle „Beginning Of The End“ und vor allem “ Down Down“; hier wird die unverfälschte reine Lehre zelebriert. Allein das Frühwerk " Pictures of Matchstick – Man" hätte ich mir geklemmt.
So. Im Herbst dieses Jahres gibt es ne Deutschland Tour: da wird uns der depressive November wieder im Griff haben, dagegen  ist ein bisschen BULA – Quo vielleicht gar nicht übel?

Stephan Schneider

Freitag, 21. Juni 2013

3 Dayz Whizkey - Bandvorstellung + Interview

Viel zu oft feiern wir Fans und die Rockpresse internationale Newcomerbands ab, supporten sie durch Konzertbesuche etc. und übersehen, dass wir in Deutschland auch einige hoffnungsvolle, junge und hungrige Bands haben, welche unsere Aufmerksamkeit sehr wohl verdient hätten. Eine dieser Bands sind die Regensburger von 3 DAYZ WHIZKEY. Es wird allerhöchste Eisenbahn die sympathischen Whisky-Vertilger (ihr Bandname entstand durch die Vorliebe für das braune Getränk) vorzustellen!

Ich bin erst vor wenigen Monaten,durch einen Zufall, auf die Band und dem Debütalbum "The Devil And The Deep Blue Sea"(August 2012, Timezone Records) aufmerksam gemacht worden. Kaum hatte ich die Scheibe aufgelegt, war ich sofort endlos begeistert! Der kräftige und frische Rock, welcher mit starken Blues Rock Roots durchzogen ist, hat mich seitdem nicht mehr in Ruhe gelassen ;-). Hier findet Ihr die Rezi zum Silberling.

Damals agierte die Formation als Trio und griff, für den Gesang, auf Gastsänger zurück und/oder Bandsprecher T. G. krallte sich das Mikro. Das Debüt wurde innerhalb von ein paar Tagen, live (!), eingespielt. Die Produktion lag in der Hand des Bassisten (+ Keyboard) Big Tony. Kurz nachdem die Studioaufnahmen zum Debüt abgeschlossen waren, traf, das Trio, der Legende nach in einer Kneipe, auf Myles und Brad. Die Herren wurden auf ihre Trinkfestigkeit geprüft (natürlich gab es Whisky) und als Neuzugänge, für die vakanten Sänger- und Rhythmus Gitarristen - Posten, verpflichtet.
Seit diesem Zeitpunkt sind die Herren nur noch als siamesische Fünflinge in Regensburg gesichtet worden und rocken sich quer durch die Republik.


Die Whisky - Schlürfer sind:
Myles Tyler - Gesang
T. G. Copperfield - Leadgitarre
Brad the Snake - Rhythmusgitarre
Big Tony - Bass und Keyboard
Little Chris - Schlagzeug

Bestärkt, durch die sehr positiven Resonanzen zum ersten Album, und hochmotiviert begab sich Hauptsongwriter T. G. Copperfield ans Werk und schrieb Songs für das zweite Studio-Output. Dies erscheint am 16. August und hört auf den Namen "Black Water" (erscheint wieder über Timezone Records).

Vor einigen Tagen (Dienstag, 18. Juni) veröffentlichte das Quintett die Vorabsingle "The Gambler" und das dazugehörige Video (siehe unten). Der Song überrascht durch ein sehr gutes Songwriting, starkem Gesang und einer enormen, musikalischen Weiterentwicklung.

Wir haben die Veröffentlichung der Single und die anstehende Release von "Black Water" zum Anlass genommen, den Leadgitarristen T. G., mit unseren Fragen zur aktuellen Sitation und auch der Vergangenheit, zu malträtieren.

Das ausführliche Interview findet Ihr
hier:

Viel Spaß beim Lesen!!

Donnerstag, 20. Juni 2013

Mat Sinner - Back To The Bullet (Re-Release)

Band: Mat Sinner
Album: Back To The Bullet (Re-Release)
Spielzeit: 45:32 min.New Venture Music
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 21.06.2013
Homepage: www.matsinner.com

WERTUNG: 9 von 10

Tracklist:

01. Back To The Bullet - 2:41
02. Tear Down The Wall - 4:05
03. Every Second Counts - 3:42
04. Call My Name - 5:39
05. Crazy Horses - 3:16
06. In The Name Of Rock'n'Roll - 5:08
07. Wildest Dreams - 3:57
08. Down Undercover - 4:36
09. Face To Face - 4:33
10. Crying In The Wires - 3:31
11. She's Got The Look (Bonus Song) - 4:21

Oh, wie oft habe ich Dich von Deinem steifen und engen Kleid befreit, Dich behutsam von Deiner reinen, weiße Hülle entledigt, genau gemustert, ob auch kein Makel auf deinen perfekten Rundungen zu finden sind. Deinen Körper liebevoll, mit einem sanften Tuch, verwöhnt und Dich sorgsam und behutsam auf Deinen Platz getragen. Dir alles gegeben und wegen Dir so manchen Streit mit meinen Eltern gehabt, geheult und so manche Freundschaft ist wegen Dir zerbrochen! ... JA! Ich liebte Dich "Back To The Bullet"!!!


 Wenn man mich nach den besten, deutschen Heavy Rock Veröffentlichungen fragt, zögere ich nicht lange und der Fragende bekommt, als Antwort, "Temples Of Gold" von VICTORY und das, bisher einzige, Soloalbum des blonden Bassisten genannt. MAT SINNER (SINNER, PRIMAL FEAR, VOODOO CIRCLE, ROCK MEETS CLASSIC und Produzent) gehört zu den wichtigsten Protagonisten der nationalen Hard'n'Heavy Szene. Dies können nicht einmal seine größten Kritiker bestreiten und der Schwabe steht, seit über 30, Jahre für qualitativ hochwertige Hartwurst-Mucke.

3 Jahre nachdem das letzte SINNER Album "Dangerous Charm" erschien, fand das Soloalbum (1990) den Weg in die Regale der Plattenläden und begeisterte durch frischen/unverbrauchten, mitreißenden und straighten Heavy Rock, welcher bestens zum Mitgröhlen, Abbangen, Abrocken, Feuerzeug in die Luft halten etc. geeignet war - und noch ist!
Auch 24 Jahre später hat "Back To The Bullet" nichts vom damaligen Zauber verloren und erklingt - im neuen, gemasterten Gewand (geschah durch Achim Köhler) und überarbeiteten Artwork, sehr zeitgemäß und zu jeder Zeit konkurrenzfähig zu den aktuellen VÖ's - aus den Boxen.

Der kernig dargebotene Hardrock sprüht vor Spielfreude der Band. Die Kompositionen klingen zeitgemäß und MAT SINNER's raues, kraftvolles Organ veredelt das Teilchen.

Neben dem kraftvollen Titeltrack verzieren, der schnelle Rocker "Tear Down The Wall" und das stampfende und schön eingängige "Every Second Counts - beide Nummern beinhalten einen Mitgröhlpart-/refrain -, die Scheibe. Weitere Perlen sind das rotzige Cover von "Crazy Horses", die Midtempo-Liebeserklärung "In The Name Of Rock'n'Roll" und das melodische, verdammt eingängige/hitverdächtige "Wildest Dream".

Tja, ... alte Liebe rostet nicht und AFM Records lassen sie, bei mir, wieder auflodern! DANKE!

Fans des frühen, druckvollen '90er Jahre Heavy Rock, von SINNER, VICTORY etc. sollten diesen Klassiker eh schon besitzen! Falls Ihr das Soloalbum noch nicht im Regal stehen habt, tut Euch selbst den Gefallen und holt Euch "Back To The Bullet"!!

Für mich ist die Bewertung eine ganz klare Angelegenheit! Ich feuere 9, überdimensionale Kugeln ab.

Götz