Montag, 29. Juli 2013

Trouble - The Distortion Field

Band: Trouble
Album: The Distortion Field
Spielzeit: 57:47 min.
Plattenfirma: FRW Music
Veröffentlichung: 26.07.2013
Homepage: www.newtrouble.com

WERTUNG: 8,5 von 10

Tracklist:

1. When The Sky Comes Down
2. Parnoia Conspiracy
3. The Broken Have Spoken
4. Sink Or Swim
5. One Life
6. Have I Told You
7. Hunters Of Doom
8. Glass Of Lies
9. Butterflies
10. Sucker
11. The Greying Chill Of Autumn
12. Bleeding Alone
13. Your Reflection

ENDLICH ist sie da! Also los, liebe "VERGANGENHEIT-NACHTRAUERER" fangt an zu jammern, dass die Band, ohne Eric Wagner, nicht mehr die "so geliebten" TROUBLE sind, kritisiert Kyle Thomas für seine Performance und zerreißt das Album ... alles egal ... Hauptsache Ihr redet über den neuen Output und erweckt dadurch Interesse an der Band! Für gute Reviews sind dann halt andere zuständig ...

Es gibt keine andere Band, welche mich seit meinen Metalanfangstagen so kontinuierlich begleitet hat, wie die Chicagoer Zeitlupen - Spezialisten. Dieser intensive, druckvolle Doom Gitarren - Sound und Wagner's rasierklingenscharfes Organ haben mich zutiefst beeindruckt und nicht mehr losgelassen - bis heute nicht. Das Debüt ("Psalm 9"), "The Skull", "Run To The Light", welches sehr oft und vollkommen zu unrecht als eins ihrer schwächsten Alben genannt wird) und das selbst betitelte "Trouble" (1990) sind Referenzwerke des Lava Rock und hievten den Fünfer in den Doom - Olymp. Trotz dieser erstklassigen Scheiben ist ihnen der große Erfolg vergönnt geblieben und sie sind, bis heute, über den Insiderstatus nicht hinausgekommen.  Ab dem 1992er Output "Manic Frustration" schlichen sich vermehrt psychedelische Elemente in ihren Sound ein und läutete, für mich persönlich, die etwas schwächere Bandphase ein, wenn man bei TROUBLE überhaupt von Schwäche reden kann, da auch die Scheiben durchaus eine Menge zu bieten haben. Nach "Plastic Green Head" (1995) folgten mehrere Line-Up Wechsel - diese verfolgen sie schon seit Beginn ihrer Karriere. Da es im Falle der Combo echt unübersichtlich wird, hier die wichtigsten Veränderungen: Wagner raus, da er sich lieber mit LID beschäftigen wollte, wurde damals für Liveaktivitäten durch Kyle Thomas ersetzt, kehrte aber zurück und sang "Simple Mind Condition ein - Jeff Olson verließ die Band zum zweiten Mal - Wagner verließ 2008 erneut die Formation und wurde durch den WARRIOR SOUL Kopf Kory Clarke ersetzt, der letztes Jahr wieder ausstieg und Kyle das Mikro erneut überreicht wurde etc., etc., etc. ...
Momentan steht die Band ohne festen Bassisten dar und auf "The Distortion Field" war ein gewisser Michael Drew, für die tiefen Töne, zuständig.

Aktuell bestehen TROUBLE aus:

Kyle Thomas – Gesang
Rick Wartell – Gitarre
Bruce Franklin – Gitarre
Mark "Marko" Lira - Schlagzeug

Chicagos finest bedienen sich, auf dem aktuellen Werk" bei ihrer eigenen Vergangenheit und haben ein sehr feines, ureigenes Süppchen daraus gekocht. "TDF" klingt wie eine moderne Mischung aus den ersten 2 Scheiben und den Frühneunziger Alben "Trouble" und "Manic Frustation", wobei die psychdelischen Parts eingespart wurden. Dazu gesellen sich leichte Grunge- und Stoner Einflüsse, die aber auch eher verhalten eingesetzt werden. Es gibt auch ein "Wiederhören" mit Olson, welcher die Keyboards bediente, und Producer Bill Metoyer ("Psalm 9" und "The Skull"), der für das Mixing verantwortlich war.

2013 pendelt das Material der Herren zwischen frischen, groovigen Rockern und gewohnten, erstklassigen Doom Hämmern. Die Instrumental - Fraktion ist über jeden Zweifel erhaben und überrascht mit einem mordmäßig druckvollen Sound. Das Sechssaiten Duo Franklin / Wartell wartet wieder mit richtig fiesen, ins Ohr einschmeichelnde, bratende Riffs auf und Lira zimmert einen treibenden Drum - Groove, der aufgrund seiner Vielseitigkeit und Präzision, den Trommel - Nachwuchs, staunen lassen wird. Wer sich ein bisschen mit der Vergangenheit des "neuen" Sängers auseinandergesetzt hat, wird keine Probleme mit Kyle's (u. a. EXHORDER und FLOODGATE) Organ haben, zumal es fantastisch zur Band passt und er eigenständig, kraftvoll und mit viel Passion die Stücke intoniert! Wagner war geil ... Thomas ist es DEFINITIV auch!! Er versucht erst gar nicht den ehemaligen Fronter zu kopieren, sondern drückt, mit seiner etwas tieferen Stimme und einem variablen / moderneren Gesangsstil, seinen eigenen Stempel auf. 'Nuff said!! 


Gleich der Opener "When The Sky Comes Down" (siehe Clip) lässt keinen Zweifel, TROUBLE können immer noch die unwiderstehlichen Riffs aus dem Ärmel schütteln, sich bei ihrem eigenen Material bedienen und dennoch absolut up to date klingen. Bruce und Wartell hämmern einfach die genialsten Doom - Töne aus ihren Langhölzern und zeigen, dass sie noch lange nicht ihren Kreativhorizont überschritten haben. Thomas singt und kreischt sich auf eine brillante Art und Weise durch den Track und beweist seine Variabilität. Diese führt er auf "Paranoia Conspiracy" souverän fort und die Instrumentalisten begleiten ihn mit old school Riffs und einem verdammt coolen Groove. Der Song geht sofort in die Nackenmuskulatur und ins Ohr. MONSTER! "The Brocken Has Spoken" ist noch eine Ecke grooviger ausgefallen und besitzt einen modernen Touch. Mich erinnert die Gesamtleistung ein wenig an melodische Version von DOWN. Dieser Eindruck festigt sich durch "Sink Or Swim", was auch an Kyle's Gesang liegt. Seine Stimme ist die von Anselmo nicht unähnlich, wobei er, für mich, melodiöser / eingängiger klingt. Der Song hat etwas von einem Ohrwurm, was den tollen Vocals zu verdanken ist. Die Gitarrenarbeit bei "One Life" garantiert eine Noppenhaut! Zäh, sägend quillen sie aus den Speakern, Lira haut gnadenlos druckvoll auf seine Becken ein und der Sänger glänzt bei diesem eingängigen und melodiösen Doomer. Sehr schöne Nummer!! Man kann mich für total irre halten, aber "Have I Told You" hat einen leichten SOUNDGARDEN - Flair und ist für mich eine wunderschöne und intensive Ballade. Danach braten die Gitarren wieder schön hart los und "Hunters Of Doom" lädt zum Mitwippen ein. Die Nummer geht eher in die Richtung des puren und klassischen Heavy Metal, was besonders der Leistung der Gitarreros zu verdanken ist. Butterflies" glänzt durch einen intensiven, fast schon hypnotisch zu bezeichnenden Gesang und einem, wiederholt, an SOUNDGARDEN erinnernden Sound.  Sehr stark! "Sucker" groovt staubtrocken aus den Boxen und könnte auch auf dem aktuellen CLUTCH Album eine sehr gute Figur abgeben. Mit "Your Reflection" verabschieden sich TROUBLE mit einem wunderschönen und eingängigen Doom - Rocker, welcher wieder die tolle Gitarrenarbeit in den Vordergrund stellt. Ein wirklich sehr gelungener Abschluss!!

Einen Classic Track wird man auf "The Distortion Field" zwar nicht finden, aber dennoch überzeugt das Album, durch seine Kompaktheit, grandiosen Musikern, tollen Ideen und einem sensationellen Sänger!!

Jeder TROUBLE Lunatic und alle Anhänger des DOOM METAL sind mit dem Output bestens beraten und sollten dem einfallsreichen, zeitgemäßen Album eine Chance geben!!

Ich freue mich wie ein Tier, über die bärenstarke Rückkehr der Band und hoffentlich haben sie endlich mal den verdienten Erfolg!!!

Mir ist "TDF" 8,5 zähflüssige und wabernde Punkte wert.

Götz


Mittwoch, 24. Juli 2013

Markonee - Club Of Broken Hearts

Band: Markonee
Album: Club Of Broken Hearts
Spielzeit: 47:44 min.
Plattenfirma: New Venture Music
Veröffentlichung: 14.06.2013
Homepage: www.markonee.com

WERTUNG: 7,5 von 10

Tracklist:

Native European
I Say No (To The V Words)
Club Of Broken Hearts
Piper Sniper
Never Ever Loved Me
Snake Charmed
Angel, She Kept Me Alive
Big Blue Iceberg
Rock City
Shaken 'n' Stirred
It's 25, Beth!
J.E.S.U.S.

Es dürfte kein Geheimnis mehr sein, dass ich so einige Problemchen mit so manchen, melodischen, Stiefel Rock Acts habe und mir viele der italienischen Bands einfach zu eintönig bzw. unspektakulär sind. Natürlich gibt es auch rühmliche Ausnahmen, so überraschten und gefielen die Veteranen DANGER ZONE, mit "Undying" (2012), auf ganzer Linie und die Plüschies LIONSVILLE gehen immer - trotz des deutlich schwächeren "II" Album und mir der Hype schon ein bisschen zu viel ist. Nun versuchen MARKONEE, mit ihrem melodischen Heavy Rock, zu punkten. Und dies gelingt dem Fünfer aus Bologna teilweise wirklich gut. Die Band orientiert sich am '80er Jahre Hardrock / Melodic Rock (u. a. EUROPE, DOKKEN, WARRANT und RATT), setzt ihre Karten auf Melodie und verfügt über genügend Ideen. Ihr Sound verfügt über reichliche Ecken und Kanten, sodass auch keine Gefahr besteht, zur sehr ins Weichspülwasser abzudriften.

"Club Of Broken Hearts" ist das dritte Studioalbum der Italiener um Stefano Peresson (Ex- DANGER ZONE) und stellt das Debüt, des inzwischen dritten Sängers, Alessio Trapella dar. Es ist der Band zu wünschen, dass sie mit ihrem neuen Fronter eine längerfristige Lösung gefunden haben. Die Musiker Carlo Bevillacqua (Gitarre), Luigi "JJ" Frati (Bass) und Ivano Zanotti (Schlagzeug) komplettieren das Bandgefüge.
Anders, als viele ihrer heimischen Kollegen, hat der Fünfer genügend Vertrauen in seine Songwriterfähigkeiten (in diesem Falle von Stefano) und sind nicht gleich zu einem Songwriter gelaufen, damit dieser ihnen ein paar "nette" Songs komponiert. Schon alleine der Umstand, sich keine fremde Unterstützung geholt zu haben, ist es zu verdanken, dass MARKONEE eine eigenständige Duftmarke setzen können. Bandkopf Peresson's Kompositionen sind auf einem durchaus soliden Qualitätsstand und reichen von richtig starken Nummern bis zu ein paar Songs, die man leider eher als durchschnittlich bezeichnen muss. Wenn der Gitarrist es zukünftig schafft, eine qualitativ gute Konstante über eine ganze Albumlänge zu halten, dann dürfte die Band sich zu einer der stärksten, italienischen Rockbands mausern!
 
Sieht man von diesem Wermutstropfen ab, begeistern MARKONEE mit ihrem frischen und beherzten Sound und lassen es sehr ordentlich krachen! Der druckvolle Heavy Rock kommt herrlich schnell und sympathisch auf den Punkt. Bluesige Ansätze werden mit '80er Jahre US Hard Rock, zu einem schmackhaften Cocktail, gemischt. Musikalisch sind die Jungs auf der Höhe und geben, wie auch Trapella's Gesang, keinen Grund zur Beanstandung. Ähnlich verhält es sich mit dem Mixing / Mastering von Roberto Priori (Gitarrist bei DANGER ZONE und produzierte das aktuelle WHEELS OF FIRE Album). Es kann sich hören lassen und, mit dem Mitbewerb, ganz locker mithalten.

Mit dem Opener "Native European" legen sie einen Start nach Maß hin. Catchy Melodielinien, schneidende Riffs in Verbindung mit einem starken Solo und ein harmonischer und ein eingängiger Refrain katapultieren, den Zuhörer, in die Mitte bis Ende der '80er Jahre zurück. Guter Beginn, der auf noch mehr so leckeres Material erhoffen lässt. Das wird auch gleich mit "I Say No (To The V Words)" geboten. Der Track sprüht vor Melodie und Rotz und könnte sich zur Hymne entwickeln. Die Musiker rocken voller Elan drauf los und Alessio macht eine sehr gute Figur. Auch der Song hat seine Wurzeln in der Hair Metal Hochphase und lässt Erinnerungen an TWISTER SISTER aufkommen. Die Titelnummer bietet stampfenden und eher europäisch angehauchten Hardrock und könnte auch von den Kollegen DANGER ZONE stammen. Kernig und wuchtig stampfend ist das bluesig angehauchte "Snake Charmed" ausgefallen und strotzt nur so vor Kraft. Zu den weiteren Highlights zählen "Rock City", der fantastische Blues Groover "Shaken 'n' Stirred", der Mitgröler "It's 25, Beth!" und der schweinecoole Rausschmeißer "J.E.S.U.S, bei dem die Jungs richtig aus sich rausgehen und noch einmal das volle Hair Metal Brett zelebrieren.

MARKONEE sind auf jeden Fall um einiges besser als viele ihrer Konkurrenten und haben mit dem dritten Streich ein frisches Heavy Rock Album abgeliefert, dass ich jedem US Hardrock Anhänger wärmstens empfehlen kann.

Von mir gibt es 7,5 Dosen 3 - Wetter - Taft.

Götz

Dienstag, 23. Juli 2013

James Christian - Lay It All On Me

Interpret: James Christian
Album: Lay It All On Me
Spielzeit:  45:18 min.
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 05.07.2013
Homepage: http://www.jameschristianmusic.com

 

WERTUNG:  8,5 von 10

 

Tracklist:


01. Lay It All On Me
02. Sacred Heart
03. Day In The Sun
04. Believe In Me
05. You’re So Bad
06. Don’t Come Near Me
07. Let It Shine
08. She’s All The Rage
09. Sincerely Yours
10. Shot In The Dark
11. Welcome To Your Future



DIe erste House Of Lords-Scheibe war eine meiner ersten drei CDS überhaupt und seitdem ist James Christian ein ständiger musikalischer Begleiter. Mit seiner dritten Solo-Scheibe verarbeitet er seinen privaten Schicksalsschläge (Krebserkrankung) ohne dass "Lay It All On Me" nun eine melancholische Angelegenheit geworden ist. Im Gegenteil, die Platte erscheint zum richtigen Zeitpunkt und ist eine tolle Gutelaune-CD für den endlich aufkommenden Sommer.
Waren mir die letzten House Of Lords-Scheiben ein bisschen zu heavy und vom Songmaterial nicht gut genug, so ist die dritte Soloplatte von James Christian bei weitem überzeugender geworden. Etwas softer kommt seine Stimme doch noch erheblich besser zur Geltung. 
Dass er ein songwriterischer Crack ist wissen wir ja nicht seit gestern und so bietet "Lay It All On Me" gute Melodien en masse, die jedem halbwegs Melodicrock-interessierten sehr gut munden dürften.
Der Titelsong gibt gleich den Takt vor, eine unwiderstehliche Hymne typischer Christian-Machart. Die Vocals klingen zwar etwas bearbeitet/gedoppelt, aber das mag wohl seiner Erkrankung geschuldet sein. Jedenfalls ist er aber noch sehr gut bei Stimme der Mann. 
"Sacred Heart" schliesst sich nahtlos an, eine anfangs etwas langsamere Nummer, die sich bis zum Refrain schön steigert. Der Sound ist zwar an manchen Stellen etwas arg glatt geraten  und die Gitarren kaum zu hören, aber alles in allem im grünen Bereich. "Day In The Sun" ist ein  etwas ruhigerer, AOR-lastigerer Track, der auch seine Momente hat. Mit "Believe In Me" wird es dann noch eine Spur ruhiger, aber das hohe Niveau wird mühelos gehalten, ebenfalls eine klasse Melodie und ein Chorus mit Zuckerguss.
"You're So Bad" zieht dann die Härteschraube wieder etwas fester, ein 80er-mässiger Track, der auch auf den ersten beiden HOL-Veröffentlichungen stehen könnte.
"Don't Come Near Me" ist die nächste Hymne, untermalt mit Breitwand-Keyboards nach dem Motto "Bring Back the 80's". Herrlich altmodisch aber mit Klasse.
"Let It Shine" ist der softeste Track des Silberlings, die künstlichen Drums fallen etwas negativ ins Gewicht, aber der Song hat eine Hammer-Melodie und einen Top-Chorus, der diesen "Mangel" locker vergessen macht.
"She's All The Rage" ist aggressiv wie der Titel schon andeutet, der mit Abstand härteste Song der CD, zudem mit den besten Vocals. Sehr geil!
Bislang also keinerlei Ausfälle zu verzeichnen. Auch "Sincerely Yours" kann man noch getrost durchwinken, vielleicht etwas vorhersehbar der Track aber ansonsten ganz "nett".
"Shot In The Dark" (NICHT der Ozzy Klassiker von 1986) ist dann der wirklich einzige schwächere Track , der  irgendwie nicht so wirklich zünden will und arg hüftlahm rüberkommt.

Der flotte Rausschmeisser "Welcome To The Future" ist aber nochmal ein Kracher vor dem Herrn und beschließt eine sehr gelungene Scheibe, die sich nahtlos in die durchweg hochwertige James Christian-Discographie einreiht. 
Sicher gewinnt man dafür anno 2013 keinen Originalitätspreis mehr aber 8,5 Punkte ist mir die CD locker wert. Well Done James und alles Gute weiterhin!

Martin 


                                     


Montag, 22. Juli 2013

Pat Travers Band - Can Do

Band: Pat Travers Band
Album: Can Do
Spielzeit:  57:16 min.
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 05.07.2013
Homepage: www.pattravers.com

WERTUNG: 9 von 10

Tracklist:

01. Can Do
02. Stand Up
03. Diamond Girl
04. I'm With You
05. Long Time Gone
06. Wanted (That Was Then, This Is Now)
07. Armed & Dangerous
08. Here Comes The Rain
09. Keep Calm & Carry On
10. Dust & Bones
11. Waitin' On The End Of Time
12. Red Neck Boogie

Lässig, die Pulle Apfelsaft ansetzend und mit der rechten Hand eine Kippe drehend, stehe ich auf der Veranda meiner Ranch, im Hintergrund dröhnt ein herrlich rauer, bluesiger Hardrock aus den Boxen, schaue ich in Richtung Horizont und blablabla ...

Jetzt schalten wir das Kopfkino mal wieder aus und willkommen in der Realität, lieber Götzemann!
Tja, eine Ranch werde ich wahrscheinlich nie haben! Dass einzige was ich jetzt schon, in Form des aktuellen Longplayers "Can Do" der PTB besitze und mir keiner mehr nehmen kann, ist die oben beschriebene Mucke.

Wie viele seiner "betagteren" Kollegen scheint der Kanadier Travers und seine Band eine Jungbrunnen - Rezeptur gefunden zu haben und zeigen sich 2013 wieder sehr frisch, vielseitig und von ihrer Schokoladenseite. Der 59 Jährige bedient sich bei seiner eigenen Vergangenheit und serviert uns ein starkes Album, welches schlicht und ergreifend ehrlichen, erdigen, Blues - lastigen und souverän vorgetragenen Rock beinhaltet. Und dieser wird mit gewaltig viel Feeling, Enthusiasmus und Können vorgetragen! Diese Leistung hätte ich der Travers & Band nicht mehr zugetraut, da die letzten Studio - Veröffentlichungen mich nicht unbedingt vom Hocker gehauen haben. Neben dem mitreißenden, frischen Gitarrenspiel und seinem herrlich rauchigen Gesang sind es die 7 Mitmusiker, die eine hervorragende Leistung abliefern und mitverantwortlich für das Gelingen sind. Die Instrumentalisierung ist einfach erstklassig, druckvoll und es macht verdammt viel Spaß, jedem einzelnen Musiker, zuzuhören. Schon alleine die Schlagzeugarbeit und der alles zuzementierende Bass - Groove sollte man genießen!

Kirk McKim - Gitarre
Rodney O’Quinn - Bass
Doug Bare - Keyboard
Carl Cleaver - Keyboard
Sandy Gennaro - Schlagzeug
Sean Shannon - Schlagzeug und Percussion
Monica Travers -  Backing Vocals


Beim Songwriting hat der Gitarrist ganze Arbeit geleistet! Das Material stinkt nach Blues, versprüht einen feinen Southern Flair, grooved wie die Hölle, es hat sich ein kleiner Melodic Rock Touch eingeschlichen und rockt trotzdem ab wie ein Zäpfchen. Dass die Songs nicht vor Innovation strotzen, sondern einfach nur sympathische, harte und bodenständige Rocker sind, sollte jedem Zuhörer klar sein.

Schon der Titeltrack und Opener "Can Do" beweist, dass die Musiker wunderbar harmonisieren und es wird ein schön erdiger Blues Rock Start hingelegt. Bass und Schlagzeug sind dominant in Szene gesetzt und der stampfende Grundrhythmus nimmt einen in seinen Bann. Irgendwie ist der Sound etwas dumpf, aber dies mindert den Hörgenuss nicht wirklich. "Stand Up" nimmt etwas an Fahrt auf und Travers raues Organ klingt voller Elan. Der Gitarrist zeigt dem Nachwuchs, durch sein starkes und akzentuiertes Spiel, wie viel Blues Rock in seinen Eiern brodelt. Deutlich melodischer und eingängiger ist "Diamond Girl" ausgefallen und, für mich persönlich, eine Melodic Rock Nummer, die man sich oft und gerne im Radio anhören würde. "I'm With You" hat einen feinen Southern Rock Touch und ist eine der stärksten Nummern auf "Can Do". Schon alleine Pat's heiserer / rauchiger Gesang, der Refrain und die fantastische Gitarrenarbeit im Mittelteil, sorgen dafür, dass man die Nummer immer wieder hören möchte. Ähnlich stark geht es mit "
Long Time Gone" weiter. Mit der Wucht eines Dampfhammer - Geschwaders wird hier druckvoll musiziert und der Track, der neben Southern- und Blues Rock Einflüsse auch ein bisschen Country durchschimmern lässt, versprüht eine tierische Spielfreude! Auf "Armed & Dangerous" wird sehr solide gerockt, bevor die Herren & Dame mit dem EURYTHMICS Klassiker "Here Comes The Rain" begeistern. Lennox und Stewart haben mit dem Original einen der perfektesten Pop Songs aller Zeiten komponiert und eigentlich darf man diesen nicht covern! Aber Travers & Co. haben eine tolle, bluesig, rockige Version hinbekommen, die mir einfach nur gefällt! Die Arrangements wurden zugeschnitten, ohne den Song zu arg zu verfremden, die Gesangsharmonien haben durch das Ehepaar (Pat singt zusammen mit seiner Frau Monica) einen ganz anderen Anstrich und die Nummer ist mehr auf die Instrumente ausgerichtet. Sehr, sehr gutes Endresultat!! Eine richtig strunzgeile Blues - Keule ist "Dust & Bones" geworden. Neben dem bandüblichen, stampfenden Sound und dem sehr coolen Gesang, gibt es eine fantastische Slide-arbeit des Meisters!

"Can Do" ist ein sehr abwechslungsreiches Album der PAT TRAVERS BAND geworden und sollte jedem Fan des Gitarristen und Anhängern von authentischen, erdigen Sounds gefallen!

Mich hat der Longplayer absolut überzeugt, lässt mich seine letzten Werke vergessen und ich spare jetzt ... vielleicht klappt es ja doch noch mit der Ranch.

Von mir gibt es 9 richtig fette Blues Rock Brocken.


Götz

Edenbridge - The Bonding


Band : Edenbridge  
Album : The Bonding  
Spielzeit : 58:45 Min.  
Plattenfirma : Steamhammer/SPV  
Veröffentlichung : 21.06.2013  
Homepage : www.edenbridge.org

 
Wertung :  6,5 von 10



Tracklist :


01. Mystic River (07:13)
02. Alight A New Tomorrow (03:53)
03. Star-Crossed Dreamer (04:01)
04. The Invisible Force (05:27)
05. Into A Sea Of Souls (04:57)
06. Far Out Of Reach (06:09)
07. Shadows Of My Memory (05:37)
08. Death Is Not The End (05:45)
09. The Bonding (15:26)



Risikofreudig wie ich ab und an doch mal bin hab ich "hier" geschrien, als die neue Edenbridge-Scheibe verteilt wurde, bin ich doch sonst nicht wirklich dafür bekannt, dass ich "Opern-Metal" großartig etwas abgewinnen kann. Aber Reviews sind ja nun mal kein Wunschkonzert also bin ich mich ohne größere Vorurteile auf "The Bonding" zugegangen, um zu folgendem Endresultat zu gelangen:

Edenbridge hatten auf persönlicher Ebene einige Schicksalsschläge zu verkraften, so zum Beispiel den Selbstmord des Vaters von Gitarrist Lanvall. Auch am Bass gab es mit Wolfgang Rothbauer eine Umbesetzung. 
Größte Neuerung im symphonischen Edenbridgesound ist die Tatsache, dass erstmals ein richtiges Orchester mitwirkte. Dass diese Kombination durchaus hörbar ist, wissen wir spätestens seit der letzten Avantasia, der Sound ist eben dann doch um einiges tiefer und vielschichtiger, als wenn das Ganze aus der Konserve kommt bzw. elektronisch erzeugt wird. So auch auf "The Bonding".
Dass Sabine Edelsbacher eine tolle und außergewöhnliche Stimme hat, steht außer Frage. Generell sehe ich aber bei den ganzen "Symphonic-Metal"-Bands mit weiblicher Stimme das Problem, dass der Gesang meist zu "weich" und süßlich klingt und so gar nicht zu den manchmal doch recht harten Riffs passen will. Das ist auch bei Edenbridge nicht anders aber wohl genre-typisch. Manchmal würde ich mir von den Vocalistinnen aber ein bisschen mehr Aggressivität wünschen. Wobei Sabine nun nicht zu den Trällerelsen gehört, die einem spätestens beim dritten Hören auf die Nüsse gehen (und da gibt es sicherlich nicht Wenige davon!) 
Nicht dass wir uns da falsch verstehen:  In jeder Castingshow würde die charmante Dame sicherlich ganz vorne landen. 
Wie auch immer - die Scheibe hat sicherlich ihre Momente ist mir aber auf lange Sicht doch zu soundtrackmäßig gestrickt und bei weitem zu ruhig. Die orchestralen Effekte klingen grandios, werden aber meines Erachtens zu oft eingesetzt so dass man sich manchmal frägt: "wo ist denn jetzt die Rockmusik?"  Die muss man teilweise schon mit der Lupe suchen. 

Doch nun zu den einzelnen Stücken des Albums:

"Mystic River" erinnert mich instrumentaltechnisch an Dream Theater, kommt leicht proggig daher und ist ein gediegener Opener. Der Track setzt das Orchester gut ins Szene ohne dass es dominiert, die Tempiwechsel wirken nicht aufgesetzt und der Refrain geht gut ins Ohr. Der "Mönchegesang" im ruhigen Mittelteil kommt auch gut und lockert das Ganze auf.
 "Alight a New Tomorrow"  kommt straighter durch die Boxen, ein richtig kleiner "Hit" der Song.
Die Breitwandballade "Star Crossed Dreamer" ist mir persönlich eine Spur zu kitschig, gleich meint man Andrea Bocelli steigt mit ein und intoniert "Time To Say Goodbye". Nicht so mein Fall.
"The Invisible Force" lässt das Rockerherz wieder höher schlagen, das Orchester ist an manchen Stellen zwar auch etwas zu präsent aber der Song gehört eindeutig zu den besseren der Scheibe. "Into a Sea Of Souls" ist dann dagegen wieder etwas arg ätherisch geraten, der Refrain will nicht so recht zünden und das Lied plätschert relativ höhepunktslos an einem vorbei. "Far  Out Of Reach" schlägt dann leider in die gleiche Kerbe, orchestral zugekleistert bis zum Gehtnichtmehr, sicherlich toll produziert aber wenn ich reine Klassik hören will kaufe ich mir an sich kein Edenbridge-Album.
Endlich kommt mit "Shadows Of My Memory" wieder eine flottere Nummer in die Gehörgänge. Aber gerade bei den flotteren Songs würde ich mir eben mal einen etwas heftigeren Gesang wünschen statt eines süßlichen. Passt irgendwie nicht wirklich finde ich. 
"Death Is Not The End" reflektiert sicher die oben angesprochenen persönlichen Erfahrungen der Bandmitglieder. Ob man das aber in einem Stück verarbeiten muss, das auch Helene Fischer gut zu Gesicht stehen würde, sei dann doch einmal hinterfragt. Die Melodie ist sicher ganz nett aber das ist dann doch schon fast Schlagermucke mit Orchester, wie man es auch bei Carmen Nebel findet.
Der abschließende Titeltrack ist ganze 15 Minuten lang und fasst noch einmal die gesamte Scheibe zusammen: Es gibt ruhige sowie prog-ähnliche Passagen und mit Erik Martensson (WET, Eclipse)gibt es ein Stelldichein eines Weltklassesängers als Gast. Da ist gleich etwas mehr Druck dahinter und das ist gut so.
Zwar ist dies ein gelungener Track aber mit allzuviel Gewalt in die Länge gezogen, im Mittelteil gibt es Passagen ,da ertappt man sich schon einmal dabei, auf die Uhr zu sehen und sich zu fragen, wann es denn endlich weitergeht.
Das Orchester ist übrigens das Orchetser der Klangvereinigung Wien, die wirklich gute Arbeit leisten und deren Mitwirken unter anderem mit einer Fanaktion mitfinanziert wurde. Prima Sache, auch wenn mir das Orchestrale dann doch einen Tick zu viel ist. Letztlich will ich eine Rockscheibe und keine mit Rocktupfern gesprenkelte Klassikplatte. Abgesehen davon wird es sicher nicht einfach werden, daie Scheibe auch live zu reproduzieren und es gibt nichts Schlimmeres als wenn man ein Orchester auf Knopfdruck per Samples im Livekonzert hört (Hallo Nightwish).
Alles in allem zwar irgendwie schon eine recht nette Scheibe aber auch nicht mehr. Schnell macht sich doch etwas Langeweile breit und man hat nicht das Gefühl, "The Bonding" nach einem Durchlauf gleich nochmal zu wiederholen. Dazu wirkt mir die Platte dann doch etwas zu überladen. 
Nichtsdestotrotz wird "The Bonding" sicherlich ihre Fangemeinde finden.


Martin






Sonntag, 21. Juli 2013

Volto! - Incitare


Band : Volto!
Album : Incitare
Spielzeit : 44:42 Min.
Plattenfirma : Concord / Universal
Veröffentlichung : 26.07.2013
Homepage : www.voltoband.com

Wertung : 8 von 10

Tracklist :
  1. Grip It
  2. Gillz
  3. Whopner
  4. Drumbeaux
  5. Quirk
  6. BHP
  7. Meltdown
  8. Tocino
  9. I'm Calm Now

Musik ohne Gesang, 45 Minuten am Stück, kann das wohl funktionieren ? Diese Frage habe ich mir ja bereits gestellt, als ich Euch neulich die Debutscheibe der Rock Candy Funk Party klick vorstellen durfte. Mein Fazit damals: Es geht !

Interessant die Tatsache dass es sich im Fall von Volto! ebenfalls um deren Debutalbum, als auch um ein reines Intrumentalalbum handelt. Ebenso wandeln die Jungs auf dem Fusion-Pfad, somit kann sich die Rock Candy Funk Party gar als Vorreiter eines neuen, alten Trends betrachten. Gibt es vielleicht sogar eine New Wave Of Jazz Rock ? Abwarten.

Ja genau, Volto! machen harten Rock bis Metal, würzen diesen mit einer bekömmlichen Prise Jazz, nehmen das Ganze live im Studio auf und nennen die Angelegenheit Incitare. Für alle nicht-Lateiner wie mich: Incitare heisst soviel wie "schnell, reissend, sich in Bewegung setzen". Was für ein Glück daß es das Internet gibt... 

Incitare dauert knapp 45 Minuten, 9 Songs lang toben sich John "Volto" Ziegler (Gitarren), Jeff Babko (Keyboard), Lance Morrison (Bass) und erwähnter Danny Carey (Schlagzeug) aus. Die vier begnadeten Musiker hatten nach etlichen Auftritten im Jazzclub "The Valley", in dem sie hauptsächlich Coversongs spielten, das Bedürfnis weiterzujammen und trafen sich im Tool-Proberaum oder im Hollywood-Anwesen von Schlagzeuger Danny. Im Tool Aufnahmestudio entstanden letztlich auch die vorliegenden Aufnahmen, allesamt live eingespielt. 
Das Ergebnis wird die Hörerschaft vermutlich in zwei Lager spalten...die eine Gruppe wird entsetzt abschalten, der Rest aber interessiert weiterhören, handelt es sich doch zum einen um sehr komplexe Songstrukturen, die etwas Aufmerksamkeit verlangen und nicht nebenbei gehört werden wollen. Der Jazzrock quillt an allen Ecken und Enden aus Incitare heraus, was die Scheibe hochinteressant, aber auch sperrig macht. Der fehlende Gesang gibt dem einen oder anderen Hörer dann vielleicht den Rest. 

Was ich angenehm finde, ist die Tatsache dass die Platte nicht dem reinen Selbstzweck dient. Natürlich wird auch auf auf Incitare viel gefrickelt, doch wird der Hörer nicht nicht gezwungen sich einzuschliessen um dem Faden folgen zu können.

Einzelne Songs hervorzuheben ist wie so oft schwierig, Incitare jedoch birgt ein wahres Füllhorn interessanter Musik, ich finde kaum einen Moment auf der Platte der nicht hörenswert wäre. Harter, proggiger Technik-Metal bildet das Fundament, auf das eben die Ausflüge in die unrunden und sperrigen Strukturen des Jazzrock gepflanzt wurden, was mir persönlich verdammt viel Spaß macht und zeitweise an einen Mix aus Bands wie Dream Theater, A Perfect Circle und Collosseum erinnert. Abgerundet wird das Ganze durch die handwerklichen Fähigkeiten sämtlicher Musiker. Besonders sticht dabei Drummer Danny Carey hervor, dessen präzises, ja nahezu perfektes Spiel schon recht dominant aber auch erfrischend wirkt. Hört euch den vierten Song, Drumbeaux an, und ihr wisst wovon ich rede. Carey arbeitet sauber wie ein Uhrwerk, ohne zu frickeln, und baut ein schönes Solo ein. Es macht einfach Spaß ihm zuzuhören.

Stark im Vordergrund steht auch Gitarrist John Ziegler den der eine oder andere von der Band Pigmy Love Circus kennen wird. Ziegler bekommt immer wieder, und das lieben wir ja alle an Gitarristen, seine Freiheiten, die er allerdings auch meisterlich nutzt. Man höre sich nur den zweiten Song, Gillz, an, hier hält Ziegler sich relativ stark zurück, setzt aber trotzdem die Akzente. Die tolle, glasklare Leadgitarre macht einfach Spaß.Oder BHP, hier baut Ziegler den Song auf das Wechselspiel zwischen stark- und weniger stark verzerrter Gitarre auf, hinzu kommt seine brilliante Fingerfertigkeit. 

Bass und Keyboard haben sicher weniger Gesamtanteil als Schlagzeug und Gitarre, was aber gar nicht stört, denn auch Lance Morrison und Jeff Babko haben immer wieder Momente in denen auch sie im Vordergund stehen dürfen. Auch hier höre man in BHP, speziell aber auch in die ruhige Schlussnummer  I'm Calm Now rein, diese wird stellenweise gar vom Keyboard dominiert. 

Mix und Produktion sind für meinen Geschmack extrem gut gelungen, Produzent Joe Barresi hat es geschafft den Incitare-Sound sehr ausgewogen und natürlich hinzubekommen, ohne ihn aber überproduziert oder glattgebügelt wirken zu lassen. Der leicht rauhe Charme passt erstaunlich gut zu einem Album wie diesem, ich hätte beim Stichwort "instrumentaler Jazzrock" einen kälteren Sound erwartet.

Neben allem Positiven muss ich aber auch leichte Abstriche machen, denn für die Höchstwertung reicht es noch nicht ganz. Was mir fehlt ist die Abwechslung, der absolute Höhepunkt, das herausragende WOW-Erlebnis. Incitare fliesst mit all seiner Schönheit letztlich dahin wie ein glasklarer, idyllischer Fluss voller Forellen...wenn ab und zu mal eine im hohen Bogen aus dem Wasser springen würde um sich eine Fliege zu fangen wäre das sicher spannender. 
Aber ich bin mir absolut sicher: Sollte es zu einem weiteren Album kommen, wird das eine perfekte Angelegenheit. Und genau darauf freue ich mich schon heute...

Bernd Fischer

Samstag, 20. Juli 2013

N2H4 GEWINNSPIEL! - Schnappt Euch ein Exemplar von "Hydrazine" (handsigniert und mit persönlicher Widmung)!





Hallo Rockeros!

Habt Ihr Bock auf eine coole Party und Euch fehlt noch die passende, musikalische Beschallung dazu? Bei uns könnt Ihr das richtig coole "Hydrazine" Album, der Kölner Heavy Rocker N2H4, gewinnen! 
 


 
Wenn Ihr eins von drei Exemplaren Euer Eigen nennen wollt,(handsigniert und mit persönlicher Widmung), müsst
Ihr nur eine Frage beantworten!  

Wie sind N2H4 auf die Idee gekommen, sich nach einer chemischen Formel zu benennen? 


Eventuell findet Ihr ja, im geführten Interview (hier klicken, um zum Interview zu kommen) mit dem Bandgründer Köbes, einen kleinen Hinweis ;-) !

Wenn Ihr die Antwort wisst, dann schickt diese ganz einfach - mit Eurer Anschrift und Widmungswunsch - an Goetz@Rockingboy.de.

Bitte gebt im Betreff N2H4 rocks an!

Einsendeschluss ist Samstag, der 27/7/2013, um High Noon:-).

Sobald die Gewinner/innen ermittelt sind, werden diese informiert und erhalten, in den anschließenden Tagen, ein Päckchen von der Band! 

Wir wünschen Euch viel Glück!

Donnerstag, 18. Juli 2013

King Kobra - II


Band: King Kobra
Album: II
Spielzeit:  63:56 min.
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 05.07.2013
Homepage: www.facebook.com/Official-King-Kobra

WERTUNG: 9 von 10


Tracklist:

1. Hell On Wheels
02. Knock ‘Em Dead
03. Have A Good Time
04. The Ballad Of Johnny Rod
05. Take Me Back
06. When The Hammer Comes Down
07. Running Wild
08. The Crunch
09. Got It Comin’
10. Deep River
11. Don’t Keep Me Waiting
12. We Go Round

"Lauter, härter und schneller" war früher meine Devise, wenn es um musikalische Vorlieben ging. Es wurde sich auf den Fußboden gelegt, die Anlage volle Pulle aufgedreht und die Boxen so hingestellt, dass ich mich mit meinem Charakterköpfchen schön dazwischen schieben konnte. Thrash-, Speed-, Death Metal und Hardcore waren mein tägliches Brot und alles andere wurde einfach ignoriert.

Irgendwann hatte ich "Ready To Strike" geschenkt bekommen und natürlich gleich aufgelegt. Geschmacksverirrt, wie ich war, ging die Mucke, in meinen zarten Öhrchen, einmal überhaupt nicht. Die "Poser" wurden verbannt, was natürlich totaler Kokolores war / ist, handelt es sich doch um eins der besten US Hardrock Scheibchen, welches die '80er Jahre zu bieten hatten.
Erst Mitte der '90er Jahre, als ich reifer und klüger (???) wurde, hat mich die Scheibe gepackt und entwickelte sich zu einem Favoriten von mir.

Das Debüt und das folgende "Thrill Of A Lifetime" (enthält den Soundtrackbeitrag "Iron Eagle (Never Say Die)" zum gleichnamigen Movie) wurden in der Besetzung Mark (jetzt Marcie, SIGNAL und UNRULY CHILD) Free (Gesang), David Michael–Phillips (Gitarre, u.a. LIZZY BORDEN), Mick Sweda (Gitarre, BULLETBOYS), Johnny Rod (Bass, W.A.S.P.) und Schlagzeug - Legende Carmine Appice ( u. a. VANILLA FUDGE, ROD STEWART, BLUE MURDER) eingespielt. Free verließ die Gruppe, nachdem sie den Major-Deal verloren hatten, und wurde durch Johnny Edwards (später FOREIGNER) ersetzt. Auch an den Instrumenten gab es neue Gesichter, nämlich Jeff Northrup (Gitarre) und Larry Hart (Bass). In dieser Besetzung spielte die Truppe das schwächere Album "III" ein und löste sich einige Monate später auf.

2010 reformierten sich KK fast in Originalbesetzung. Hinter dem Mikroständer wurde diesmal Kelly Keeling gesichtet. in dieser Konstellation wurde ein Comebackversuch gestartet, der mächtig in die Hose ging. 2001 erschien das ­grützige und komatöse Album "Hollywood Trash". Die Band verschwand wieder von der Bildfläche und startete 2010 einen wiederholten Neuanfang, mit Sänger Paul Shortino (QUIET RIOT und ROUGH CUTT). Vor zwei Jahren erschien der selbst betitelte "King Kobra", welches eine starke Leistung bot und mit guten bis sehr guten Kritiken versehen wurde. 
Auch 2013 präsentiert die Formation das Line-Up und liefert, mit dem aktuellen Output "II", eine ca. 64 minütige, musikalische Zeitreise, die ihre Wurzeln im '70er - und '80er Jahre Hard/Blues Rock bzw. Melodic Rock hat. KING KOBRA gelingt es ihre Einflüsse zu einem sehr coolen und warmen Sound zu verbinden und klingen heutzutage unwahrscheinlich tiefenentspannt. Dabei war der Erfolgsdruck bestimmt nicht gerade gering, musste man doch beweisen, dass der Vorgänger nicht nur ein kurzlebiges Aufbäumen war. Die "alten Hasen" haben alles im Griff / unter ihrer Kontrolle gehabt und können, mit einer astreinen Leistung, das 2011er Album sogar toppen. Mir fehlte es, in der aktuelleren Vergangenheit, ein bisschen an Ohrwürmern. Dieses Manko haben sie auf "II" behoben und es gibt mindestens 8 Tracks, welche die Bezeichnung Hit verdient haben!

Den Musikern gelingt es, auf eine sehr geschickte Weise, ihre eigene Vergangenheit mit BAD COMPANY, LED ZEPPELIN, FREE und DEEP PURPLE Verweise, zu kombinieren und haben ihr Hauptaugenmerk auf melodisches und eingängiges Material gesetzt. Durch den bluesig und rauchigen Gesangsstil von Meister Shortino, erhalten die Song noch einen zusätzlichen Kick in Richtung Blues Rock. Der Mann ist ja schon knappe 14 Tage im Business tätig und es ist einfach sehr erstaunlich, zu welcher Power und Vielseitigkeit seine Stimmbänder noch imstande sind. Auch die restlichen 4 Musiker bewegen sich auf einem sehr hohen Leistungsgrad, bei dem die fantastische Gitarrenarbeit des Gespanns extra erwähnt werden sollte. Die Gitarreros David und Mick sind bestens aufeinander eingespielt und begeistern mit ihrem druckvollen, stets melodisch ausgerichtetem Spiel und fantastischen Soli. Über Rod's und Appice's Leistung als Rhythmus/Groove - Maschinerie brauche ich nichts schreiben ... ist eh kaum in Worte zu fassen!

Das Material auf "II" ist, für meinen persönlichen Geschmack, sogar noch einfallsreicher ausgefallen, als noch auf dem Vorgänger. Die Nummern wirken wie aus einem Guss und verlassen nie die erdige, rockende Grundbasis. Beim Komponieren haben die Herren ein feines Händchen bewiesen und ihre jahrelange Erfahrung einfließen lassen. Die Songs sind vielseitig arrangiert, zeigen die Band von einer mutigen Seite, denn es werden auch ungewöhnliche Passagen / Wendungen eingebracht und verfügen über herrlich einprägsame Melodien.

Mit einem Dampflok - Signal beginnend, rockt der Opener geradeaus nach vorne und kommt einen kleinen Tritt in den Popo gleich. Der Track wird druckvoll und voller Enthusiasmus dargeboten, Shortino singt sich die Stimmbänder noch etwas heiserer und Appice jagt die Musiker - Meute, mit einem unheimlichen Punch, vor sich her. Die raue Nummer geht schnell ins Ohr, was besonders dem Refrain zu verdanken ist. "Knock Them Dead" ist noch eine Ecke kerniger ausgefallen und lädt zum Betätigen der Nackenmuskulatur gerade zu ein. Trotz alle ­Ungestümheit wird der melodiöse Anteil natürlich nicht vernachlässigt. Dafür sorgt auch das Gitarren - Duo, welches mit einem klasse Solo und einem starken Auftritt, das Highlight darstellt. Danach gibt es volle Kanne Party in Form des bluesy - boogie Rockers "Have A Good Time" (siehe Clip). Der gute Laune Groove ist hochgradig ­infiziös und versprüht einen ganz leichten Luftschmiede Flair. Gefällt mir sehr gut!! "The Ballad Of Johnny Rod" ist einfach ein geiler Rocker, welcher sehr deutlich den Einfluss der beiden o. g. Dekaden durchschimmern lässt. Zuckerfein ist das lässige Gitarrenspiel bzw. Solo, die Spoken-Parts von Shortino und der ­purpeldeske Touch, der omnipräsent ist. Sehr unterhaltsame und starke Nummer!! Zum Durchatmen und Verschnaufen lädt die anschließende Ballade "Take Me Back" ein. Joa ... Ballade halt und ich bin halt kein großer Freund von solchen Stücken ... . Mit kleinen Spielereien des Drummers und schnittigen Riffs beginnt "When The Hammer Comes Down". Das sind auch die einzigen Faktoren, welche die Nummer einigermaßen interessant machen. Irgendwie nimmt der Song keinen Drive auf und dümpelt eher vor sich her. Auch das exzellente Aufspielen des Gitarren Duos kann die Nummer, nicht vor ein eher mittelmäßiges Gesamtgelingen, retten. Aber schon das folgende "Running Wild" lässt diese Leistung vergessen und rockt sich straight ins Ohr. Einfach sehr solide und überdurchschnittlich, was die Herren bei dem Song abliefern. "Got It Coming" lässt dem Hörer das Herz aufgehen. Shortino "trällert" auf Höchstniveau, die einschmeichelnde Grundmelodie nimmt einen sofort in ihren Besitz und die Backings sitzen wie eine eins. Irgendwie klingt die Nummer nach einer Hardrock - Version von ROD STEWART. Echt klasse! "The Crunch" ist wieder ein sehr, sehr solider und rotziger Rocker mit einem hohen Unterhaltungsfaktor und kann als Vorbote für was UNWAHRSCHEINLICHES gedeutet werden ... "Deep River". So einen Song schreibt eine Band nur einmal im Leben! Der Song ist einfach perfekt inszeniert: dramatische Orgel zum Beginn, hämmernde Drums setzen ein, dazu kommen schleppende Gitarrenriffs, Shortino gesellt sich dazu und schon kann das Werk beginnen. Mit einem, an FREE und DEEP PURPLE angelehnten Sound zelebrieren KK ein wahres '70er Jahre Hardrock Feuerwerk der Güteklasse 1A!! 7:40 Minuten purer Hörgenuss, der dem Zuhörer Spannung, Abwechslung und ausgeklügelte Arrangements garantiert!! Es passt die ­klitzekleinste Kleinigkeit und die Streicher Samples sind perfekt eingesetzt. Jedes Sample muss genau da hin, wo es auch erklingt und die letzte Minute - nein ich verrate hier nichts mehr - ist der Gipfel des ganzen OHRGASMUSES!!! Klasse, klasse und noch einmal klasse!

Meine Fresse, was für ein starkes und abwechslungsreiches Album!!

Alle Anhänger des melodisch ausgerichteten Rock, mit einer Affinität zu '70er Jahre Hardrock, bekommen hier das volle Programm geboten und das noch auf einem superstarken Niveau!

KING KOBRA ist mit "II" ein absolutes Zuckerteilchen gelungen! HUT AB!!

Natürlich kann ich hier nur zum Kauf raten, denn sonst verpasst ihr ein wirklich starkes Album.

Von meiner Seite gibt es hoch venenöse 9 Bisse.

Götz


Montag, 15. Juli 2013

N2H4 - Bandvorstellung + Interview


 
Es ist selten genug, dass eine deutsche Newcomerband mich begeistert. Abgesehen von RAZZMATTAZZ und 3 DAYZ WHIZKEY, in den letzten Monaten, war da bisher noch nichts, was mich dazu veranlasst hat, vor Freude aus der Hose zu springen. Seit einigen Wochen hat sich neben den beiden Combos noch eine weitere Formation dazu gesellt, die mit ihrem astreinen KICK-ASS Rock'n'Roll die Falten aus dem Sack bügelt. Das aus Köln stammende Fünfgestirn N2H4 liefert ein rotziges Riff Rock Gewitter ab, welches, sowohl nationale als auch internationale Vergleiche, durchaus standhalten kann.

Die Jungens haben mächtig viel Rock in der Pisse - das Zitat stammte vom Lead-Gitarristen und Bandgründer Köbes -, setzen genau den Sound um, den sie seit Jahren lieben und haben mächtig viel Spaß an dem Ding.

Vor einigen Wochen schafften die Kölner es bis ins Finale vom Voting zum "WDR2 für eine Stadt" Festival, bei dem sie dann neben TIM BENDZKO und JAMIE CULLUM aufgetreten wären. Leider reichten die Stimmen für den Sieg, beim Onlinevoting-Verfahren, nicht aus.

Das Debüt "Hydrazine" (als kostenloser Download oder auch als CD erhältlich) entstand in ihrer Eigenregie und enthält 8 hart rockende und kraftvolle Tracks, die ganz in der Tradition ihrer Vorbilder AC/DC stehen, ohne diese zu kopieren. Das Material verfügt über sehr viel Eigenständigkeit und ist recht abwechslungsreich ausgefallen. Hier findet Ihr die vollständige Rezi zum Album.


Hier könnt Ihr das Album, kostenlos, downloaden oder die CD bestellen:
Download anfordern

CD bestellen - 8,00 € 

N2H4 gründeten sich 2010 und bestehen aus:

Seven „Lobo“ Wolf - Gesang
Jakob „Köbes“ Timmermann - Lead Gitarre
Kay "Kernst" Ernst - Gitarre

 
 

Ingo „OvA“ Böllecke - Bass
Oliver „Ironramm“ Röhl (Ex-Krupps) - Schlagzeug

 

Wer sich ein Bild von den Rock 'n' Roll Tieren und ihrer schweißtreibenden Performance machen möchte, kann dies, am 20.07., in Düsseldorf.
Location:
Till's Eleven in der Düsseldorfer Altstadt
Liefergasse 11
Beginn: ca. 21.00 Uhr


"Hydrazine" dreht sich erschreckend oft in meinem Player und da wurde es allerhöchste Eisenbahn den Kölsch-Trinkern einmal auf den Zahn zu fühlen.

Mit einem Fragenkatalog bewaffnet wählte ich Köbes Telefonnummer und konnte diesen schon, nach kurzer Zeit, in die Ecke schmeißen! Der sympathische Gitarrist legte gleich los und so unterhielten wir uns fast eine ganze Stunde.



Viel Spaß beim Lesen!!

Aynsley Lister - Home


Interpret : Aynsley Lister
Album : Home
Spielzeit : 55:11 Min.
Plattenfirma : Straight Talkin' Records
Veröffentlichung : 08.07.2013
Homepage : www.aynsleylister.co.uk

Wertung : 7 von 10

Tracklist :
  1. Home
  2. Broke
  3. Insatiable
  4. Inside Out
  5. Free
  6. Sugar
  7. You Make It Real
  8. Feeling Good
  9. Possession
  10. Hyde 2612
  11. Impossible
  12. Straight Talkin' Woman

Hast Du Bock auf Gitarrenmusik aus England ? Auf eine, an Melodien und emotional-rockenden Momenten reiche, Platte ? Bock auf jemanden, der durch seine Musik etwas mitteilen möchte und Texte nicht nur schreibt damit die Lippen was zu tun haben ? 

Aynsley Lister, der, wie jüngst Danny Bryant mit seinem tollen Album Hurricane (siehe Review), ein äusserst frisches und hörenswertes Album herausbringt, erfüllt diese Anforderungen mit seiner neuesten Langrille Home voll und ganz. Die Scheibe erscheint dieser Tage via Straight Talkin' Records, seinem eigenen Label übrigens, und enthält 12 Titel. 

Was soll ich sagen ? Ich bin schon begeistert ob der oben genannten Vorzüge von Home, darf aber auch anmerken daß die elfte Platte von Aynsley Lister wesentlich glatter daherkommt als seine Vorgänger, und leider etwas zahnlos wirkt. Wem also ausser rauhem, erdigem Bluesrock nix anderes in die Stereoanlage kommt, sollte sich Home sicherheitshalber kurz anhören, bevor er zugreift. Alle anderen von Euch dürfen sich auf eine Platte voller stimmigem, gefühlvollem Soft-Bluesrock freuen. 

Wie gesagt, Home bietet ein Füllhorn gut produzierter Musik, Aynsley Lister ist gereift zu einem ernstzunehmenden Musiker, dies verdeutlicht die Tatsache daß er die Eier hat, sein Ding durchzuziehen, und Songs aneinanderzureihen die den einen oder anderen Fan der ersten Stunde eventuell die Stirn runzeln lassen. Die Songs auf Home laufen fast ausschliesslich im unteren bis mittleren Drehzahlbereich und laden zum entspannten Genußhören ein. Leider, und ich sage es nicht gern, den einen oder anderen aber auch zum wegnicken, denn was fehlt ist der Spannungsbogen, der Aufwachmoment. Höhepunkte sind ohne Zweifel auf Home vorhanden, man höre sich nur das charismatische Inside Out an. Dominiert von einem tollen Basslauf setzt Lister hier Akzente, zum einen mittels sanft angeschlagener Gitarre aber auch durch seinen wundervollen Gesang und noch schöneren Chorus. Ganz nebenbei schleicht sich eine Orgel von hinten in die Nummer rein, die sich später als feiner Gegenpol zu Listers Gitarrenspiel zu erkennen gibt. 
Songs dieser Machart finden sich sich reichlich auf Home, und wer drauf steht wird genau das als stärkstes Argument für die Qualität dieser Platte heranziehen.
Doch ein-zweimal bricht Aynsley Lister aus diesem Schema aus, zum einen tritt er im zweiten Song Broke ganz vorsichtig auf das Gaspedal und mit Possession, Song Nummer neun, löst er sehr spät, aber immerhin, endlich die Handbremse und zaubert einen der Höhepunkte des Albums aus dem Hut. Auch hier kombiniert sich die Rythmussektion, vor allem der dominante Bass wunderbar mit Lister, der ein feines Riff an das nächste reiht. So stellt der Song mein Album-Highlight dar, von dem es mit etwas mehr Energie und Power viel mehr hätte geben können. 
Zum Schluss packt mich noch die Straight Talkin' Woman, ein toller Piano-Blues rundet Home würdevoll ab und siehe da: Es gibt sie doch noch, die verzerrte Gitarre, die mich übrigens einen Moment lang an Richie Blackmore erinnert. Schluss mit klinisch reiner Produktion, endlich...für mich leider etwas spät, löst sich die unsichtbare Anspannung und beschliesst eine Platte, die ihr gut auflegen könnt wenn ihr mit eurer Geliebten bei Kerzenschein und gutem Essen den Abend oder mehr einleiten möchtet.  

Zusammengefasst ergibt sich eine Note im oberen Drittel, zu mehr reicht es aber leider nicht. Ich sehe Home durchaus als Bereicherung meiner Plattensammlung an, es hätte aber unter Berücksichtigung dessen, was Lister in der Vergangenheit gemacht hat, mehr daraus werden können. 

Bernd Fischer 

Samstag, 13. Juli 2013

Pat Travers Band - Can Do - ALBUMSTREAM

Der 59 jährige, kanadische Sänger / Gitarrist und seine Band beweisen, mit dem neuen Album "Can Do", dass sie noch lange nicht zum alten Eisen zu zählen sind und musikalisch noch locker, den jüngeren Rockern, Paroli bieten, können.

Pat besinnt sich auf seine '70er Jahre Blues Rock Wurzeln, fügt etwas Melodic Rock hinzu und überzeugt, mit seinem rauchigen Gesang. Neben eigenem Material gibt es auf dem Silberling eine wirklich gelungene Interpretation von EURYTHMICS "Here Comes The Rain Again".

Hier könnt Ihr Euch das ganze Sahneteilchen anhören und genießen.

Viel Spaß
!

Whitesnake - Made In Britain / The World Record - ALBUMSTREAM

Über die Herren Coverdale und Co. lässt sich wunderbar diskutieren! Für genügend Anlass haben die musikalische Entwicklung / Ausrichtung und auch David's gesangliche Qualitäten gesorgt.
Es bleibt aber unbestritten, dass die Herren hervorragende Musiker sind und live noch einiges zu bieten haben!
Der beste Beweis dafür ist das frisch erschienene Livealbum "Made in Britain / The World Record".
Hier könnt Ihr Euch die komplette Darbietung anhören und selbst urteilen, ob die Jungs noch etwas auf der Pfanne haben.
Viel Spaß dabei!

Donnerstag, 11. Juli 2013

Masterplan - Novum Initium

Band: Masterplan
Album: Novum Initium
Spielzeit: 51:12 min

Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 14.06.2013
Homepage: http://www.masterplan-theband.com/


 

WERTUNG:  6,5 von 10


01. Per Aspera Ad Astra
02. The Game
03. Keep Your Dream Alive
04. Black Night Of Magic
05. Betrayal
06. No Escape
07. Pray On My Soul
08. Earth Is Going Down
09. Return From Avalon
10. Through Your Eyes
11. Novum Initium




Masterplan haben es irgendwie nicht wirklich einfach. Nach einem fulminanten Start gab es immer wieder kurz vor dem prophezeiten Durchbruch Probleme mit der Besetzung, insbesondere beim Sängerposten. Jorn rein - Jorn raus - Jorn wieder rein aber mit etwas durchwachsenem Album, Jorn wieder raus und nun ist Rick Altzi (At Vance/Thunderstone) am Mikro zu finden. Auch die Rythmussektion wurde neu besetzt so das der Titel "Novum Initium" (Neustart) absolut zutreffend ist.
Rick Altzi müht sich redlich an den Stimmbändern, er ist jedoch kein Jorn, vielfach ist mir sein Gesang doch eine Spur zu eintönig, was nach einiger Zeit zum Teil etwas Langeweile aufkommen lässt.
Nach dem Intro "Per Aspera Ad Astra" legt die Scheibe mit "The Game" ein gutes Tempo vor, ein idealer Opener: Schneller Beat, einprägsame Melodie und ein schnittiger Refrain.
Das nachfolgende "Keep Your Dream Alive"  hat zwar auch Klasse, ist jedoch an Stelle zwei etwas schlecht gewählt, weil es doch arg das Tempo wieder zurücknimmt. Da wäre ein weiterer Knaller der flotteren Sorte besser gewesen. Den gibt es dann mit "Black Night Of Magic", den man ebenfalls auf der Habenseite verbuchen kann. "Betrayal" wird von Sithar-Klängen eingeleitet, steigert sich dann zu einem mittelschnellen Stampfer, dessen Refrain dann aber nicht so wirklich zünden will.
Ein Schicksal, dem sich leider auch das bombastische "No Escape" beugen muss, ein Song, der mich nicht wirklich überzeugt und eher einen Füller darstellt. Wirkt irgendwie sporadisch zusammengeschustertder Track.
"Pray On My Soul" startet sehr langsam, rockt nach einer Weile aber recht gut und endlich ist auch wieder ein sehr gelungener, hitverdächtiger Refrain vorhanden. Nach diesem Höhenflug ist dann aber mit "Earth Is Going Down" eher wieder ein Song der langweiligeren Sorte vorhanden. Licht wechselt sich oftmals mit Schatten auf "Novum Initium" ab. Die Sonne geht wieder mit "Return from Avalon" auf, ein weiteres flottes Stück mit Hitcharakter, das mich irgendwie an Helloween mit Deris erinnert. 
Die Berg- und Talfahrt geht mit "Through Your Eyes" weiter. Der Track ist heavy und langsam aber kann irgendwie auch nicht so recht für Begeisterung sorgen. Musikalisch sicherlich gut gespielt aber irgendwie kein richtiger Hammer. 
Der 10minütige Titeltrack erinnert mich an die letzten Dream Theater Scheiben,sehr proggig das Ganze aufgebaut. Gut gemacht, wenngleich der Song die Spannung nicht über die volle Länge halten kann. Letztlich aber ein guter Abschluss einer doch etwas durchwachsenen Platte. 
Der Neustart ist zwar nicht übel aber sicher kein raktenmäßiger Start in die Zukunft.
Zu wünschen wäre den Jungs um Roland Grapow einmal, dass  das Lineup stabil bleibt und es auch einmal für eine ausgedehntere Tour reicht.
Für mich ist "Novum Initium" 6,5 Punkte wert. Ausbaufähig ist das Ganze aber in jedem Fall.


Martin


 

Mittwoch, 10. Juli 2013

Whitesnake - Made In Britain / The World Record

Band: Whitesnake
Album: Made In Britain / The World Record
Spielzeit:  ca. 142 min.
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 05.07.2013
Homepage: www.whitesnake.com

WERTUNG: Kaufempfehlung an alle Rocker, Fans und Sammler

Tracklist:

CD I - Made In Britain:
1.Best Years
2.Give Me All Your Love
3.Love Ain´t No Stranger
4.Is This Love
5.Steal Your Heart Away
6.Forevermore
7.Love Will Set You Free
8.My Evil Ways
9.Fare Thee Well
10. Ain´t No Love In The Heart Of The City
11. Fool For Your Loving
12. Here I Go Again
13. Still Of The Night

CD II - The World Record:
1.Bad Boys
2.Slide It ln
3.Lay Down Your Love
4.Pistols At Dawn
5.Snake Dance
6.Can You Hear The Wind Blow
7.Fare Thee Well
8.One Of These Days
9.The Badger
10.Deeper The Love
11.Soldier Of Fortune
12.Burn/Stormbringer

2013 ist ohne Zweifel das Jahr der älteren Generation. DEEP PURPLE zauberten, mit "Now What?!, ein aufregendes / wunderbares Album herbei, die wiedervereinten BLACK SABBATH begeistern mit dem 9 Album in ­Urbesetzung, STATUS QUO polarisieren mit dem Soundtrack "Hula Quo" - ich finde die Scheibe sehr cool und sie vermittelt eine Menge Fun! -, die PAT TRAVERS BAND (Rezi folgt die Tage) überrascht mit dem sehr erdigen und frischen "Can Do" ... tja, und WHITESNAKE mögen wohl keine Studio - Outputs mehr liefern und servieren uns schon das zweite Live Doppelalbum innerhalb von wenigen Monaten.

Musste das sein?? Dazu gibt es von mir ein ganz klares JAU, denn der Doppeldecker bietet eine tolle Auswahl, unterscheidet sich vom Konzept von dem Japan - Teilchen, ist vom Sound einen Tacken druckvoller ausgefallen und bietet eine verdammt starke Performance der Mitmusiker des Schlangenbeschwörers. Doug Aldrich und Reb Beach legen, härtegradtechnisch, einige Briketts nach und powern, fast schon in klassischer Heavy Metal Manier, ihre Akkorde auf das hungrige Livepublikum los (z. B.: "My Evil Ways" ist das absolute Gitarrenbrett). Die kräftige Darbietung, der beiden Gitarristen, weiß absolut zu überzeugen. Michael Ruedy glänzt durch seine Arbeit an den schwarzen und weißen Tasten und es verwundert, dass er gegen die Gitarrenwand ankommt, aber es gelingt ihm zu jeder Zeit. Es ist eine wahre Freude zu hören, wie Trichy seine Kessel, präzise wie ein Uhrwerk, verdrischt (z.B. auf "Steal Your Heart Away") und Michael Devin's Bass die allerletzte Soundlücke, tief wummernd, schließt. Für mich sind die Musiker die Stars auf "Made In Britain / The World Record" und stehlen Coverdale ganz klar die Show, obwohl dieser einen recht soliden Eindruck hinterlässt und es wenig an seinem Gesang auszusetzen gibt. David beweist wieder einmal seine Entertainer - Qualitäten und kommuniziert locker und charmant mit dem Auditorium.

Silberteller # I bietet eine Zusammenstellung von 9 Inselauftritten und enthält eine ähnliche und hitlastige Setlist wie schon "Made In Japan". Richtig lecker ist das "World Record" - Tellerchen ausgefallen, welches so manches SAHNESTÜCKCHEN enthält. Dazu gehören die kraftvollen Instrumentals "Snake Dance" und "The Bagder", das grandios vorgetragene "Slide It In" und die ÜBERHAMMER - Zeitreise "Burn / Stormbringer".

"Made In Britain / The World Record" ist ein wirklich verdammt starkes Live - Dokument geworden, welches durch eine äußerst gelungene Songauswahl und einer sehr spielfreudig agierenden Band überzeugt, die dem anwesenden Publikum bzw. dem Zuhörer mächtig einheizt.

So machen WHITESNAKE richtig Spaß und überzeugen auf ganzer Linie!!

Götz


Montag, 8. Juli 2013

Pest - The Crowning Horror






Band: Pest
Album: The Crowning Horror
Spielzeit: 39 und 1/2  min.
Plattenfirma: Agonia Records
Veröffentlichung: 18.06.2013
weltweites Netz: http://www.pest.se

WERTUNG: 6,5 von 10

Trackliste:
  
1. The Funeral Hours
2. A Face Obscured By Death
3. Volcanic Eyes
4. Devil’s Mark
5. Holocaust
6. The Abomination of the God
7. Thirteen Chimes
8. Demon
9. The Crowning Horror
10. Eternal Curse

Boah…. Schwierig… Außerdem bin ich mit meiner Rezension ein wenig spät dran, ich geb´s ja zu, weil: „... Ich hatte kein Benzin mehr und 'n platten Reifen. Ich hatte nicht genug Geld für ‘n Taxi. Mein Smoking kam nicht aus der Reinigung. Ein alter Freund von auswärts kam zu Besuch. Jemand hat mein Auto geklaut. Da war ein Erdbeben. …Es war nicht meine Schuld, ich schwöre dir…“, gute alte Bluesbrothers – Ausreden also.

Die nach der gleichnamigen fürchterlichen Mittelalterseuche benannte schwedische Vereinigung fundamentaler Schwarzmetaller berufen sich auf die hehren musikalischen Quellen von Bands wie Bathory, Hellhammer und die großartigen Niefelheim, Old School BM der ersten Generation. Bei derartigen Anspruch erwecken meine verschütteten Sensoren zumindest antennentechnisch zum kleinen Landungsmanöver;  Live gibt es leider  „Pest“ bisher kaum oder gar nicht, dass haben sie dann mit den seligen Bathory zumindest gemein.

Der  aktuellen schwarze (es ist dann im Fazit ein dunkel - gräulicher) Teller ( -wenn ich richtig mitgezählt habe, ist es das 5. reguläre lange Eisen, ohne EP´s, Singles, Demo´s und dem ganzen üblichen Randgedöns-) der infizierten Nordmänner bietet mit 10 Sensenhieben am Stück eine recht partitionierte Saison. Wobei der „gekrönte Horror“, sollte dieser Anspruch das Etappenziel gewesen sein, nicht  vollständig erlangt wird. 
So miserabel aber nun, wie der Kollege aus dem aktuellen „ Rock – Hard – Magazin “ die Platte benotet, habe ich das insgesamt sehr erdig gehaltene und für die Knüppelsparte zugegebener Maßen weniger immanent prädestinierte aktuelle Pestalbum jedoch nicht empfunden. 
Sollte zudem noch ein Suchender unterwegs sein, um in der Welt der nihilistischen skandinavischen Soundverwässerer Antworten zu finden und am Anfang der selbstgewählten bevorstehenden, wollüstigen, pfadverschlungenen Torturen einen seichteren Einstieg in jenes nordische und garstige Knüppeluniversum suchen, so ist er mit diesem Findling nicht allzu schlecht beraten. 

Das erste Bier in unsrem Leben war auch kein ganzer Kasten.

Der knistrige 1 – Minuten – Einleiter „The Funeral Hours“ bindet uns zunächst in die klassische Welt der Black – Metal – Mysterien ein. Düster, sehr gut und nur leider etwas zu kurz. Die folgenden Tracks sind eine Melange aus Darkthrone – Kulturerbe, schnellen Motörhead und melodischem Death mit Freestyle – Classic -NWoBHM  – Beimischungen. Kommen alle im Wesentlichen auf einen kompositorischen Punkt, fasern selten aus, wirken, dem Genre subdemonstrativ agierend weniger verstörend, beinah jedoch manchmal gelegenheitsgefällig. 
Das muss man jetzt alles nicht so negativ sehen. Zudem die Jungs um den Hauptnietenträger Necro (selbst das aktuelle Line - Up besteht nur aus den beiden Festangestellten Necro an allen Instrumenten
und Equimanthorn am Rest...) scheinbar keine vollständige Offensive im Blickpunkt ihrer aktuellen Offerte hatten:


 



Mit „Thirteen Chimes“  vor allem dem bissigen “Demon“, jenem Darkthrone - affinen Einsprengsel  verstehen die Kollegen nun wieder basisgrundiertes Rootswerk hinzuflechten, in diesem für die Zunft ansonsten trashigem, fast  Boogie – orientiertem Kleinkunstückchen. 

Keine große Band, keine große Platte, aber auch kein derber Ausfall. Und das Gegenteil von einem technologischen Desaster.

Für meine Person ist jedoch das Black - Metal -Album des 13zehner Jahrgang´s noch immer eine nichtveröffentlichte Phalanx. Kommt die noch? 

Stephan Schneider