Freitag, 30. November 2012

Saxon - "Heavy Metal Thunder" The Movie



Band : Saxon
Titel : Heavy Metal Thunder - The Movie 
Spielzeit: 4 Stunden 56 Minuten
VÖ: 7.Dezember 2012
Plattenfirma: UDR - The Home Of Legends


Wertung : 9 von 10

Tracklisting:

DVD 1
Saxon “Heavy Metal Thunder – The Movie” 

DVD 2
01 Building the Labyrinth
02 The Eagle & The Bomber
03 Archiv Konzert: Saxon on the Beat Club, 1981
04 Special: On a Crusade
05 Special: No Excuses
06 Konzert: St. George’s Day 2008
07 Interview: Big Nibbs, Little Nibbs

The Beat Club, 13. Juni 1981
01 Heavy Metal Thunder
02 See the Light Shining
03 The Hungry Years
04 Rainbow Theme/ Frozen Rainbow
05 And the Bands Played On
06 Strong Arm of the Law
07 747 (Strangers In the Night)
08 Freeway Mad
09 Dallas 1 PM
10 Wheels of Steel
11 Machine Gun

St. George’s Day, Konzert 23. April 2008
01 Intro
02 Princess of the Night
03 Never Surrender
04 Jack Tars
05 English Man ‘o’ War
06 Sixth Form Girls
07 Warrior
08 Battle Cry
09 Man and Machine
10 I’ve Got to Rock (To Stay Alive)
11 And the Bands Played On
12 Denim and Leather
13 Ashes to Ashes
14 Crusader

 
Wer von uns Metalheads erinnert sich nicht gerne an die Geschichten über die Stallions Of The Highway, den Heavy Metal Thunder oder die sagenhaften Wheels Of Steel ? Es wird wohl nicht viele unter uns geben die mit diesen in Musik gegossenen Stories nichts anfangen können. Und was noch viel schöner ist...Saxon haben uns einen nahezu verschwenderisch grossen Stapel derart hochklassiger Titel geschenkt. Die Band aus Yorkshire ist eine der wenigen bei denen mir keine herausragenden Lieblingssongs einfallen wollen, weil die Menge der überragenden Stücke einfach zu groß ist.

Wer wie ich in den 80er Jahren aufgewachsen ist, hat wohl am ehesten die Songs aus der New Wave Of British Heavy Metal-Phase (kurz NWOBHM), die Saxon wie kaum eine andere Band geprägt haben, im Kopf. Alben wie Wheels Of Steel, Strong Arm Of The Law oder Denim And Leather bekehrten ganze Heerscharen pubertierender junger Männer (und sicher auch einige Ladies) zum Heavy Metal. Metalheads der dritten, vierten Generation können sich vielleicht eher mit Alben wie Lionhart, The Inner Sanctum oder Unleash The Beast identifizieren, diese dürfen aber gern in einem Atemzug mit den älteren Alben genannt werden.  

Saxon haben, und das wird  im Vergleich zu anderen wichtigen Bands gerne ignoriert, keine wirklich schlechten Alben auf den Markt geworfen. Wenn überhaupt wäre wohl am ehesten die Phase nach dem 83er Power & The Glory zu nennen. Mit Crusader sollte der US-Markt geknackt werden, ein neuer Produzent (Kevin Beamish), der zuvor bereits weltweit erfolgreiche Weichspüler wie Jefferson Starship oder REO Speedwagon produzierte, sollte der Band zwar den lang ersehnten finanziellen Erfolg bescheren. Folge war aber eine Reihe von Songs, die sehr Radio-tauglich waren und nicht mehr viel mit dem verschwitzten, staubigen Straßensound zu tun hatten, für den die Briten bis dahin standen. Eine Reihe für Saxon Verhältnisse schwacher Alben (Innocence Is No Excuse, Rock The Nations und Destiny) enttäuschten infolgedessen viele Fans. Doch selbst diese Scheiben haben aufgrund der kompositorischen Fähigkeiten eines Biff Byford eben etliche glatte, aber eingängige Songs und somit Fans, die auf diese Phase gut können. Mit Solid Ball Of Rock vollzog die Band im Jahre 1990 aber den richtigen Schritt zurück und besann sich auf den typischen Sound, der Saxon bis heute dermaßen beliebt macht. 

Bandleader und Sänger Biff Byford hat es über all die Jahre, trotz Differenzen innerhalb der Band, und etlichen Besetzungswechseln, geschafft eine Institution der Metalszene, die einst in den Kohleminen von Yorkshire entstand, bis heute am Laufen zu halten. Dies alles und noch viel mehr erzählt uns der im Jahre 2010, zunächst exclusiv für Fanclubs, entstandene Film Heavy Metal Thunder - The Movie in höchst überzeugender und vor allem informativer Art und Weise. Jedes aktuelle und ehemalige Mitglied der Band kommt, und da sollte sich manch andere Band mal eine Scheibe abschneiden, zu Worte und darf ungeschönt über die guten und auch schlechten Zeiten reden. Ausserdem dürfen wir uns über alte Schmonzetten von und mit Lars Ulrich, Lemmy Kilmister und vieler anderer beömmeln. Wir erleben den Bandvater Biff Byford, den wir als zielstrebigen aber sympatischen Hauptmotor ebenso kennenlernen wie den reumütig zur Band zurückkehren wollenden Gitarristen Graham Oliver, den Byford einst wegen einer nicht abgesprochenen Plattenveröffentlichung aus der Band gekickt hatte. Diese und andere, sauber recherchierte und verständlich dargestellter Momente sind es, die Heavy Metal Thunder - The Movie zu einem unverzichtbaren Festschmaus für alle Fans der harten Rockmusik machen. 
Mit zweistündiger Laufzeit hat der Film ausserdem ein abendfüllendes Format, deutsche Untertitel lassen allen Fans die Möglichkeit zu verstehen worum es geht, auch wenn die Übersetzung hier und da etwas steif herüberkommt. 

 

Doch damit nicht genug, die bis an den Rand vollgepackte zweite DVD überrascht uns mit weiteren Highlights. 

Nebst '81er Beat Club Konzert mit einem jungen, hüftschwingenden Biff samt Band in Höchstform bekommen wir das etwas gestraffte St. George’s Day Konzert aus dem Sheperd's Bush in London von 2008 zu sehen. Alles in allem lassen diese beiden Auftritte einen wunderbaren Rück- und Überblick auf die Karriere der Band zu, bei der Songauswahl hat man darauf geachtet dass kein Titel sich überschneidet.
Desweiteren sehen wir Backstage-Impressionen und Studio-Interviews aus der Phase der "Crusader" und "Innocence Is No Excuse" Alben, sowie Auftritte und Interviews aus der gemeinsamen Tour mit Motörhead. Ein witziges Interview zwischen Little und Big Nibbs schliesst weitere fast drei Stunden voller hochinteressanter Unterhaltung ab, die ich an dieser Stelle jedem Anhänger des harten Rock hinter die Ohren und allen Angehörigen derer auf die Weihnachts-Einkauflisten schreiben möchte...die hart verdiente Kohle ist bestens investiert.

Selten habe ich mich dermaßen gut informiert gefühlt und selten hatte ich diesen Eindruck von offener Vergangenheitsbewältigung, gepaart mit grenzenlosem Humor, was mir die Band Saxon (selbst wenn es sich heute nicht mehr um die gleiche Besetzung aus der Zeit handelt, als ich meine ersten Platten gekauft habe) einen Schritt näher gebracht hat...

Kaufempfehlung !






Mittwoch, 28. November 2012

Heavenward - Within These Dreams (Re-Release)






Band: Heavenward
Album: Within These Dreams
Spielzeit: 67:47 Min.
Plattenfirma: Pure Underground Records
Veröffentlichung: 07.12.2012
Homepage: www.heavenward.de

WERTUNG: 8 von 10

Trackliste:

01. System going down
02. The sky
03. Dreams in disguise
04. Cold embrace
05. Their eyes
06. Remember – At first nature
07. Raging waters
08. Within these walls
09. Holding the key
10. Remember - At first nature  (At first nature Demo)
11. Dreams in Disguise (At first nature Demo)
12. Hell on earth (At first nature Demo)
13. Holding the key (At first nature Demo)

Line up:

Stefan Kessel – Vocals
Bernd Gröters – Guitar
Oliver Müller – Bass
Thomas Kelleners – Drums 
 
Heute gilt es mal wieder ein Re-Release-Album zu besprechen.
Um ehrlich zu sein, die Band “Heavenward“ ist bei mir völlig in Vergessenheit geraten. Die Metaller aus Duisburg / Krefeld haben Anfang der 90ziger 2 Alben vorgelegt und wurden nun von Pure Underground Records unter Vertrag genommen.

Als erstes Release haben sich sich ihr erstes, mittlerweile vergriffenes Album aus 1991,“Within These Dreams“ nochmals vorgenommen und neu remastert.
Die 8 Songs aus diesem Album bilden, so wie es auch der Albumtitel sagt, den Haupteil des Albums.

Zusätzlich haben Heavenward noch einen brandneuen Song, “System going down“ als Opener produziert.
Außerdem befinden sich auf dem Silberling noch alle 4 Songs aus dem 1989 erschienen Demo “At First Nature“.

Der Stil von Heavenward liegt irgendwo zwischen Heavy Prog. Metal / Power Metal.

Den progressiven Einflüssen ist es dann auch in erster Linie anzulasten, dass die Musik von “Heavenward“ selten direkt im ersten Hördurchgang zündet. Aber, zumindest bei mir, wurden die Songs mit jedem Hördurchgang griffiger.
Die 3 Tracks “Remember – At first Nature“, “Dreams in disguise“ und “Holding the key“ gefallen mir allerdings in der Demo-Version von 1989 wesentlich besser als in der remasterten Version. Das ist aber natürlich reine Geschmackssache.

Für alle, die etwas mit den frühen Helloween Werken anfangen können, wird dieses Album sicherlich hervorragend in die Sammlung passen.

Als Anspieltipps möchte ich hier die Songs “Raging Waters“ sowie die beiden Demo-Versionen “Hell on earth“ und “Holding the key“ empfehlen.

Ich bin gespannt, ob und wann “Heavenward“ mit gänzlich neuem Material in der Metalszene auftauchen.

Oldwoodstock



Montag, 26. November 2012

Silver Dirt - Payback Time







Band: Silver Dirt
Album: Payback Time
Spielzeit: 43:51 min.
Plattenfirma: Brennus Music
Veröffentlichung: 05.11.2012
Homepage: www.silverdirt.com

WERTUNG: 6,5 von 10

Trackliste:

01. The stand
02. Spread your wings
03. Spinning the wheel
04. Place in the sun
05. Here they come
06. Never give up
07. Beautiful day
08. R.I.P. (The Earth)
09. No more
10. Mata Kuru Ze
11. Beautiful day (Bonus Track – Slide Version)

Line up:

Steff Perrone – Vocals
Chris Savourey – Guitar
V.G. Richardson – Drums
Stefano Ongarello – Bass

Gegründet wurde “Silver Dirt“ 2004 aus den Überresten einer Led Zeppelin Coverband.
Bereits 2006 erschien mit “Sonic Boom“ der erste Longplayer welchem 2008 das zweite Album “Never Give Up“ folgte.

Nachdem die Band dann 2 Jahre nicht mehr existent war sind sie nun mit neuem Line up und neuem Album zurück.

Der Stil der Schweizer Truppe aus Genf kann man am besten mit Rock / Hardrock umschreiben.

Um es vorweg zu nehmen, das Songwriting ist relativ simpel gehalten, ein paar gute Riffs, eine angenehme Gesangsmelodie und jeweils ein Gitarrensoli. Dieses Kompositionskonzept zieht sich durch die gesamte CD. Gut anzuhören ohne jedoch irgendwie an hohen musikalischen Ansprüchen zu kratzen.

So gesehen ist “Payback Time“, der Titel des Scheibchens, ein Werk, welches man sich gut anhören kann, - jedoch packt es einen zu keiner Zeit.

Trotzdem gebe ich für Interessierte mal einen Anspieltip: Track 5 - “Here They Come“ !

Positiv hervorheben möchte ich jedoch die gute Produktion des Albums. Hier hat es sich ausgezahlt, dass man mit Beau Hill einen Mann an die Regler geholt hat, der sein Handwerk versteht und dies auch schon bei z.B. Alice Cooper, Ratt oder Warrant unter Beweis gestellt hat.

Nur ob diese Maßnahme ausgereicht hat, damit sich dieses Album von der Unzahl der Neuveröffentlichungen in irgendeiner Art und Weise absetzt muss leider bezweifelt werden.

Oldwoodstock

Sonntag, 25. November 2012

T&N Interview

Interview mit GEORGE LYNCH über sein neues Projekt T&N

Martin durfte sich mit dem "Guitar Hero" über sein neues T&N Album unterhalten und hat einige aufschlußreiche Antworten bekommen. HIER geht es zum Interview.

Dirt - Rock 'N' Roll Accident






Band: Dirt
Album: Rock’n’Roll Accident
Spielzeit: 46 Minuten
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 23.11.2012

Wertung: 7 / 10

Trackliste:

01. Seven Days
02. Dirty
03. Rock‘n‘Roll Accident
04. Fast lane
05. Face Down
06. Never Change My Ways
07. Crush
08. Breathe In
09. One Step Away
10. Nice To See You Again

Die Unfallverursacher  Dirt spielen dreckigen und schwer stampfenden Southern – Stoner – Metal. 
Vom angekündigten „Doom“ will ich da kaum was hören. Und kommen aus Schwäbisch Hall. Das alles macht im Prinzip mal gar nichts, denn unter jeder Stiefelspitze der 5 Youngsters klebt ne ordentliche Portion Bisonscheiße, was mit den wuchtigen Chords zusammen bewirkt, daß ausreichende Priesen Präriestaub aufgewirbelt werden, um der Gemengelage die notwendige Authenzität zu verleihen. Was denn auch wohl letztendlich den frisch eingefädelten Plattendeal bewirkte, mit allerhand Werbetrommel in den diversen Printmedien des Rock.
Soweit das Rahmengerüst, aber ein matschiger  Unfall ist diese zweite Scheibe (die Erstveröffentlichung Suicide Blues kenne ich nicht) der Herren um den Sänger Sven Zaklikowski keineswegs geworden: dessen kratzige (manchmal von Ferne an Sebastian Bach erinnernden) Vocals leisten  zudem einen eminenten Beitrag zur autarken Reputation.
Gut, erwarten wir  bitte keine Ausflüge über 150 vertrackte Canyons, die Kolonne, nein es ist eher ein marodierender Trupp, zieht die Spielzeit über ziemlich gradlinig nach Westen und biegt nicht vom Weg ab. 
So waren die guten alten Zeiten eben.
Indessen gerät uns das entstehende Hörvergnügen nicht zu kurz. Dieses stellt sich nach einem recht bündigem Eröffnungsböller (Seven Days) ein und spätestens mit dem Titelsong haben sie mich dann ein bisschen drangekriegt, witzige Idee, mit dem ausklingenden Banjo.   
Die  Rock`N`Roll – Panne ist kein sehr großes Album, die Gitarrenarbeit beschert uns keine Verblüffung.  Anders herum gesehen hören wir solides, jederzeit groovendes Handwerk; das Solo vom Titel „Fast Lane“ oder der Liedaufbau vom Track „Never Change My Ways“, sowas alles.  
Desgleichen ist die Dramaturgie  der Platte stimmig, „Chrush“ zum Beispiel wird an der richtigen Stelle platziert, um den gallopierenden Rappen wieder frischen Hafer zuzuführen und das hardrockige „Breath In“ vorzubereiten. Die Ballade „One Step Away“ geht in Ordnung, allein der Rauschschmeißer „Nice To See You again“ ist thematisch und zeitlich  mit 7 Minuten etwas überdehnt.
Was noch:
...einem Schlichtgemüt wie mir kann man mit einem solchen wirklich witzigen Cover immer eine kleine Freude bereiten.

Stephan Schneider

Donnerstag, 22. November 2012

Pertness - Frozen Time

Band: Pertness
Album: Frozen Time
Spielzeit: 47:10 min.
Plattenfirma: Pure Legend Records
Veröffentlichung: 09.11.2012
Homepage: www.pertness.ch


WERTUNG: 9 von 10

 

Tracklist:
1. Frozen Time
2. My Will is Broken
3. Farewell to the Past
4. No More Messiah
5. Cold Wind of Death
6. I Sold my Remorse
7. The Last Survival
8. Lost in Time
9. Shadow Knights
10. The Eye of the Storm
11. The Star of the County Down

Um Gottes Willen! PERTNESS sind bereits seit 1993 aktiv, feiern nächstes Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum und ich habe von den Schweizern bisher noch nix mitgekriegt. Zwei Demos und zwei Alben über Karthago Records standen bisher zu Buche und Album Nummer 3 kommt nun über Pure Legend Records in die heimischen Stereoanlagen. Und genau dort hat sich "Frozen Time" bei mir auch festgesetzt und will einfach nicht mehr raus. Denn ich bin völlig hin und weg von dem mächtigen Power Metal der Eidgenossen. Da ist kein Weichspüler drin, keine oder nur sehr wenig Keyboards und ein Sänger mit Eiern in der Hose. Dazu Gitarrenleads, die mich vom Hocker hauen. 


Bereits das eröffnende "Frozen Time" bollert durch die Gehörgänge, ehe sich mit "My Will Is Broken" einer Power Metal Ohrwürmer der letzten beiden Jahre festsetzt. Was für ein göttlicher Refrain, was für ein göttlicher Song! Und wisst ihr was das Beste daran ist? Richtig, es geht so weiter - Doublebass-Gewitter bei "Farewell To The Past", ehe bei "No More Messiah" erstmals kurz vom Gaspedal gegangen wird und man stark an BLIND GUARDIAN zu ihren "Somewhere Far Beyond"-Zeiten erinnert. Saustark und immer mit einem eigenständigen Flair. Da wirkt nichts nachgeahmt, gekünstelt oder was auch immer, ehrlich roh und direkt in die Fresse. Dazu werden folkoristische Einsprengsel (im positiven Sinn) bei "Cold Wind Of Death" und dem nächsten Ohrwurm "I Sold My Remorse" eingestreut, die bei "The Star Of The County Down" dann abschließend sogar die Hauptrolle spielen.

Mein Gott, die komplette Scheibe ist einfach ein Muss für jeden Power Metal Freak. Rein in den Player, aufdrehen und durchdrehen bzw. bangen bis der Arzt kommt. Ein wenig Luft nach oben lasse ich in meiner Wertung trotzdem, denn wer weiß, was Album Nummer 4 bringen mag und manche Teile der Songs habe ich dann doch gefühlt schon früher irgendwo gehört. Trotzdem eine innovative eigenständige Power Metal Scheibe, was man heutzutage ja nicht oft in Händen hält, daher zugreifen!   

Markus

Montag, 19. November 2012

Lick - Mount Rock

Band: Lick
Album: Mount Rock
Spielzeit: 40:50 Minuten
Plattenfirma: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: 10. November 2012 

Wertung: 8 von 10   

Trackliste:  

    1.Mount Rock 05:37
    2.Gear Up 04:58
    3.You're the Enemy 04:40
    4.Rock Dog 04:44
    5.She's Bad 04:21
    6.White Lion0 3:45
    7.Rock City 03:19
    8.Bad as Luck (live) 04:49
    9.Turn Off the Light (live) 04:33


Es ist einfach total überraschend wie viele junge, talentierte Bands inzwischen den Weg der kostenlosen Distribution nutzen, um ihre Werke unter das Volk zu verteilen. Das Vorurteil: Was nichts kostet, taugt auch nichts“ sollte man schleunigst zu Grabe tragen, denn es gibt durchaus sehr gute Newcomer/Releases in diesem Sektor. Dies beweisen LICK mit ihrem Debüt sehr eindrucksvoll.

Bisher hatte ich den Niederlanden nie viel Beachtung entgegengebracht, wenn es um das Thema Hardrock bzw. Heavy Metal ging. Klar, die von mir verehrten VANDERBUYST rocken echt gut ab und stehen kurz vor der Release ihres Drittlings, aber was sich sonst so bei den Nachbarn tut … da leuchtet ein riesiges Fragezeichen über meinem edlen Haupt. Zum Glück gibt es 4 junge Männer, die beweisen, dass es sich bei der erstgenannten Band nicht um einen Einzelfall handelt, sondern durchaus sehr talentierte Gruppen im Lande der Tulpen und Gouda's gibt. Wie die, zu recht, bekannten Kollegen orientieren sich LICK an Bands aus den '70er und '80er Jahre, man hat teilweise sogar die gleichen Einflüsse, setzt diese aber anders um. Die Jungs mögen britischen Hardrock, haben nichts gegen australischen Riff Rock und stehen auch auf knackigen US Hardrock/Sleaze Rock. Das ganze bekommen sie fabelhaft unter einen Hut und servieren uns mit „Mount Rock“ eine sehr angenehme und unterhaltsame Zeitreise durch 2 Dekaden der Hard Rock Geschichte.

LICK existieren seit 2007 und haben im Jahr 2010 schon eine EP, welche wie auch das vorliegende Album, in Eigenregie veröffentlicht. Nach der Release hatte die Band die Möglichkeit Bands wie VANDERBUYST, KEEL, Y & T und UFO zu supporten. Ich vermute mal, dass sich die Gruppe, in diesem Bandumfeld, sehr wohl gefühlt hat, denn ihr Sound passt wirklich sehr gut zu dem der genannten Bands und weist Parallelen auf.

Die Formation besteht aus:

Nolle Groen - Gesang
Richell Overink - Gitarre
Stijn Hovens - Bass
Beinte Groen - Schlagzeug

Die Produktion, für welche die Niederländer selbst verantwortlich sind, ist absolut ok.
Jeder der Musiker versteht sein Handwerk und dort gibt es keinen Ansatzpunkt für eine negative Kritik. Nolle hat ein sehr cooles Rockorgan, welches er in der mittelhohen Tonlage und auch in höheren Gefilden, gekonnt einsetzt. Er trällert mit einer enormen Lässigkeit die Texte ins Mikro, als ob er nie etwas anderes gemacht hätte. Wirklich sehr souveräne Leistung des Fronters!

Beim Songwriting haben sie LICK keine Grenzen gesetzt und haben alle Einflüsse mit eingearbeitet. So klingen, bei manchen Songs, AC/DC, GUNS 'N' ROSES, GREAT WHITE, WHITESNAKE etc. durch. Trotzdem wird nicht geclont, sondern sehr geschickt, mit eigenen Ideen, zu soliden bis sehr guten Songs verarbeitet. Den einzigen Punkt, welchen ich zu beantanden habe ist die Tatsache das paar Songs zu lang sind und ein kleiner Hauch von Langeweile aufkommt. Auf der Habenseite stehen dafür aber auch einige richtig geile Kracher mit Ohrwurmpotential.

Die Scheibe startet gleich mit dem Titeltrack, der den Punkt meiner Kritik am besten wiederspiegelt. Der Song ist ein leicht bluesiger, riffbetonter Rocker, welcher im Midtempo dargeboten wird. Irgendwie erinnert er mich an eine Mischung aus GREAT WHITE und AC/DC und kommt ansich ganz cool aus den Boxen. Die Instrumentierung stimmt, der Gesang ist einfach sehr frech und rotzig, also da ist einfach alles schön. Die Jungs schaffen aber irgendwie den rechtzeitigen Absprung nicht und die letzten 2 Minuten, des 5:37 Trackers, sind eher verzichtbar. Wäre der Titel kürzer, wäre er ein absoluter Kracher. „Gear Up“ lässt die Vorliebe für amerikanischen Hardrock durchkommen und lebt von eine sehr dominanten Drumsound und Groen's Gesang. Richell entlockt seiner Sechssaitigen ein sehr oldschooliges Solo und deutet an, dass er wirklich einiges auf dem Kasten hat. Gute Nummer. Das folgende „You're the Enemy“ ist eine rotzige US Hardrock/Sleaze Nummer geworden. Der Fronter erzählt, singt und schreit sich durch die Nummer und der Gitarrist liefert sich ein kleines Duell mit dem Sänger. Der Text/Refrain ist schön schlüpfrig, wie man es vom Genre gewohnt ist und passt einfach verdammt gut zum dreckigen Anstrich des Rockers. „Rock Dog“ und „She's Bad“ haben einen Classic Rock Ansatz und begeistern mich durch die Gesangs- und Gitarrenleistung. Starke Songs! Danach folgt mein Favorit „White Lion“. Das ist richtig geiler Hair Metal Stuff mit einer ungewöhnlichen, aber sehr originellen Melodieführung. Gleiche Ausrichtung und gleicher, geiler Scheiss folgt mit „Rock City“. Hier stimmt einfach wieder alles. Gesang, Instrumentierung, wieder ein ungewöhnlicher Mittelpart um dann anschließend rotzig frech ins Ziel zu rocken. Tolle Rezeptur und sehr wirkungsvoll. Zum Schluss folgen zwei live eingespielte Nummern. „Bad as Luck“ besticht durch seine Lockerheit und rockt sich ganz locker ins Trommelfell. Ursprünglich war der Track auf der 2010er EP vertreten, kommt jetzt aber in einem  straighten und rauheren Soundgewand daher und hat einiges mehr an Power. Gefällt mir sehr gut. „Turn Off the Light“ ist auch ein älterer Song, der aufpoliert wurde. Nach diesem Hardrocker enden, fast 41 Minuten, sehr unterhaltsamer Rock.

Auf „Mount Rock“ ist nicht alles perfekt, was ich von einer Newcomerband wie LICK auch nicht erwarte. Die Niederländer unterhalten einfach mit ihrer frischen Interpretation, den teilweise eingenwilligen Songstrukturen und einem sehr guten Sänger.

Die Scheibe lohnt sich auf jeden Fall für alle Hardrock Anhänger, die einfach mal eine neue, hungrige Band antesten möchten. Ich bin mir sicher, dass diese gefallen an den Niederländern finden werden.

Sie revolutionieren nicht, wollen keine neuen Impulse setzen etc . etc. etc. sondern einfach nur ihren ehrlichen und guten Rock unter das Volk bringen und das gelingt ihnen, meiner Meinung nach, wirklich gut!

It's only Rock 'n' Roll … but I like it!!!


Hier könnt ihr euch "Mount Rock" anhören und kostenlos und legal downloaden. (Altes Spiel: bei name your price einfach die Ziffer "0" eintragen - dies wird sogar ausdrücklich von der Band erwähnt!!)

   
Von mir gibt es gute 8 Punkte und den Hinweis, dass man diese Bengels im Auge behalten sollte, denn ich glaube, da kommt zukünftig noch einiges auf uns zu. 

 Götz

Sonntag, 18. November 2012

King Lizard - A Nightmare Livin' The Dream

Band: King Lizard
Album: A Nightmare Livin' The Dream
Spielzeit: ca. 48:00 Minuten
Plattenfirma: Bad Reputation
Veröffentlichung: 9. November 2012 

Wertung: 8 von 10 

Trackliste:  

Come Get Some
Kneel To The King
I Can't Be Your Lover
Hair Of The Dog
I Want You To Want Me
If It's A Sin
A Nightmare Livin' The Dream
Just To Hear You Say It
This Ain't Love
Hard To Get
Down
Waterloo Ratz

Sleaze Rock Anhänger werden im Monat November so richtig schön, mit starken Releases, verwöhnt. Neben der bärenstarken, neuen THE LAST VEGAS (ja Herr Riedelsheimer, diesmal ohne Tippfehler ;-)) beehrt uns das Londoner Sleaze - Quartett KING LIZARD und rotz 'n' rollen uns die heimische Bude zu. Wie bei den Chicago's Finest gehören G'N'R und Mötley Crüe zu den Haupteinflüssen der Briten, wobei diese nicht ganz so räudig zur Sache gehen. An Unbekümmertheit, Spontanität und Power liefern sie sich ein Kopf an Kopf rennen und zeigen klar und deutlich, dass der europäische Sleaze durchaus mit der Konkurrenz aus Amiland mithalten kann. Musikalisch legen die KING'S ihr Hauptaugenmerk auf melodische Songstrukturen und einem Sänger, der über eine Stimme verfügt, die teilweise stark an das Organ eines gewissen Axl W. Rose erinnert. Die Jungs kicken ganz schön Popo und dürften, mit "A Nightmare Livin' The Dream", ihre Fanbasis weiter ausbauen können.

Der Erstling "Viva La Decadence" ist mir nicht bekannt und darum kann ich auch nicht beurteilen, inwieweit eine Weiterentwicklung stattgefunden hat. Dies macht aber auch nichts, denn hier geht es um den aktuellen Silberling und der bietet genügend Stoff, um sich mit der Band mal ein bisschen intensiver zu befassen.

Die Formation besteht aus:
Flash Roxx Sawyer- Gesang
Niro Knox - Gitarre
Moyano El Buffalo - Schlagzeug
Lee Benz - Bass

Produziert wurde das Album von Pedro Ferreira (u.a. THE DARKNESS) und er hat einen sehr guten Job gemacht. Es kommt schon druckvoll und mit einem, leicht dreckigen Sound aus den heimischen Speaker. Genau so muss eine Sleaze Produktion klingen. Ein riesiger Pluspunkt bei "ANLTD" ist die enorme Spielfreude, mit der die Musiker agieren. Es macht einfach wahnsinnig viel Spaß Knox's Gitarrenspiel zuzuhören, den punktgenauen Bass von Lee auszumachen und das hysterische, druckvolle und exakte Drumming von El Buffalo zu verfolgen. Den mußte man nach den Aufnahmesessions bestimmt fixieren, sonst würde er jetzt noch Air Drumming betreiben. Sänger Flash wird mit seiner Stimme bestimmt polarisieren. Mir gefällt die Stimmähnlichkeit zu Rose gut und seien wir doch mal ehrlich, Axl hat die coolste Sleaze Rock Stimme des Universums. Sawyer kopiert nicht, sondern seine Stimmbänder lassen ihn nicht anders agieren ... warum auch ... passt wie Arsch auf Eimer.

Leider ist das Songwriting nicht immer ganz so stark ausgefallen. Der Vierer hat zwar ein paar wirklich geile Rocker komponiert, aber schafft es nicht immer, sich von ihren Vorbildern zu lösen. Manche Tracks klingen so unverschämt nach G'N'R, dass ich teilweise echt auf die Playlist schauen musste, ob sich nicht versehentlich ein Track dazwischen gemogelt hatte. Dies ist Gott sei Dank nicht über die ganze Spielzeit der Fall und die Jungs beweisen, dass sie durchaus auch gute Ideen in der Hinterhand haben, die sie auch clever umsetzen. Dadurch hinterlassen sie bei mir doch noch ein positives Gesamtbild.

Gleich zum Beginn des Albums lassen KING LIZARD die unbarmherzige Sleaze Keule kreisen. Das recht räudige und straighte "Come Get Some" rockt mit einer gewaltigen Kraft aus den Speakern. Flash kreischt und singt abwechselnd, der Refrain wird geshoutet und Gitarrist lässt sich, von seinen hart spielenden Mitmusikern nicht beeindrucken, sondern konzentriert sich auf sein, eher melodisch veranlagtes Spiel - inklusive einem coolen Solo. Der Start schmeckt mir richtig gut. "Kneel To The King" besitzt eine schöne Grundmelodie, welche dem Sechssaiter wieder viele Entfaltungsmöglichkeiten offeriert und er diese danken ausnutzt. Der Fronter liefert manche strange Gesangspassage, die er gerne mit Screams und Sprechpassagen darbietet. Klingt an manchen Stellen echt gewöhnungsbedürftig, ist aber nicht uninteressant. Das schnelle "Hair Of The Dog" ist ein echter Grower. Schon alleine das jeweilige Umschwenken zum melodischeren Refrainpart und die anschliessende Wiederaufnahme an Geschwindigkeit machen die Nummer sehr abwechslungsreich. Die Gesamtleistung der Band ist einfach sehr stark ausgefallen und macht die Nummer zu einem Highlight auf "A Nightmare Livin' The Dream". Beim Titeltrack gibt der Vierer noch einmal alles. Ihr könnt mich für irre halten, aber irgendwie swingt der Song wie Hölle und dann der sensationelle Refrain, der nicht mehr aus meinem Ohr will. Natürlich pfeffert uns Knox wieder ein sehr cooles Solo um die Ohren und Bass+Schlagzeug erweisen sich als eine monströse Groovemaschine. Absoluter Volltreffer.

Wer Sleaze Rock der alten Schule mag, sollte auf jeden Fall ein Ohr riskieren und sich die neue Scheibe von KING LIZARD anhören/zulegen.

Mir gefällt der Silberling gut, muss aber auch ganz klar sagen, dass "ANLTD" das Niveau der neuen THE LAST VEGAS nicht erreicht. Dafür sind die Kompositionen teilweise noch nicht eigenständig genug bzw. können die Muiker, aus kompositorischer Sicht, noch nicht ihre eigenen Duftmarken setzen.

Die Spielfreude und so manche wirklich gute Songidee holen gerade noch einmal die Kohlen aus dem Feuer und sorgen dafür, dass ein sehr positiver Gesamteindruck bei mir entsteht.

Von meiner Seite gibt es, aber mal so richtig hauchdünne, wacklige und wohlgesonnene 8 Punkte.


Götz

Die Happy - 1000th Show Live (CD & DVD)

Band: Die Happy
Album: 1000th Show Live
Spielzeit: 74:25 Minuten (CD) // 145 Minuten (DVD)
Plattenfirma: F.a.M.E. Artist Recordings (Sony Music)
Veröffentlichung: 23. November 2012 
Website: www.diehappy.de



Wertung: 8,5 von 10



Tracklist:


1. Big Boy
2. Halt Dich An Mir Fest
3. The Ordinary Song
4. Frozen Tears
5. Anytime
6. Blood Cell Traffic Jam
7. Rebel In You
8. I Am
9. Cry For More
10. You'll Never Know
11. Good Things
12. Love To Hate You
13. Goodbye
14. Otazky
15. Survivor

16. Supersonic Speed


Irgendwie erinnern mich Die Happy an die Fussballtruppe von Greuther Fürth bis vor ein paar Jahren. Zumeist oben in Liga zwei mit dabei aber immer, als man kurz vor dem großen Durchbruch in die Eliteliga stand, hat es dann doch nicht ganz geklappt. Die Happy existieren seit  1993 und haben an sich alle Voraussetzungen, um auch die größten Hallen zu bespielen: Musiker mit Fähigkeiten, eine Frontfrau als Blickfang (zudem mit TV-Erfahrung) und auch viele gute Songs. Es gab zwar mal hier und da einen moderaten Hit und auch die Longplayer verkauften sich meist recht gut,  aber in Sphären wie Juni oder Silbermond (die ich nach wie vor nicht auseinanderhalten kann) sind sie doch nie vorgedrungen. Was jetzt aber auch nichts schlechtes heißen mag. Vielleicht liegt es ja auch an der musikalischen Ausrichtung, denn die liegt bei Die Happy doch eher in modernem, manchmal recht heftigen Rock anstatt auf Weichgespültem. Wer weiss, welche Folgen ein Megaseller gehabt hätte. So ist es wie es ist und Die Happy sind eine der tourfreudigsten Bands, die durch unsere mittelgroßen Hallen und Clubs ziehen und dies beinahe jährlich. Anlaß für die Veröffentlichung von "1000th Show Live" ist - wie überraschend - die 1000ste Show, die Die Happy im Februar 2012 in Ulm gaben. Dies muss man auch erstmal schaffen! Das vorliegende Konzertdokument gibt es in verschiedenen Auflagen, einmal als CD nur mit dem Audio-Content und auch als schickes Deluxe-Package mit einer dazugehörigen DVD mit längerer Spielzeit und Bonusmaterial. Ich würde in so einem Fall immer zur Version mit DVD raten, kommt man so in den Genuss, dass Ganze auch visuell zu geniessen.
Zu Ihrer Jubiläumsshow haben sich Die Happy einiges ausgedacht. Die Show beginnt mit einem halbstündigen "Unplugged"-Konzert, gemütlich im Wohnzimmerambiente inklusive  schummriger Stehlampen und Frontderwisch Marta adrett im Ballkleidchen. Highlights hier der Hit "Big Boy" sowie das Duett mit Revolverheld-Frontman Johannes Strate auf "Whatever/Halt Dich an mir Fest". Es soll nicht der letzte Gast gewesen sein. Dem mit "Soft " betiteltem Unplugged-Teil folgt der "Hard"-Part mit den heftigeren Nummern der Band. Auch hier gibt es bei fast jedem Song einen Gaststar zu verzeichnen, sei es Doro Pesch bei "Good Things" oder Jennifer (von Jennifer Rostock) bei "Cry For More. Auf DVD gibt es sogar noch sechs Tracks extra. Highlight hier der Auftritt mit Bandmitgliedern der befreundeten Guano Apes bei deren Hit "Open Your Eyes". Sehr gelungen auch das Duett mit dem Vater (!) von Marta auf "Otazky", in Tschechisch gesungen. Auch zwei der Urbandmitglieder und somit eine komplette Reunion zu Zeiten vor einem Plattenvertrag kommen nicht zu kurz und geben "Die Happy" inklusive selbergenähtem Banner von anno dazumal zum Besten. Zwei Spanier namens "Bebi" und "Xuxe", die die Truppe bei einem Deutsch-spanischen Bandaustausch kennenlernte, performen als DVD Bonus einen Song komplett in Spanisch. Auf DVD gibt es dann noch eine knappe halbe Stunde Interviews mit der Band sowie den beteiligten Gaststars. Für alle Die-Happy-Fans ist das Paket sowieso ein Pflichtkauf, aber auch für Einstieger ist die CD/DVD eine willkommene Gelegenheit, die Truppe mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Pluspunkt ist auch, dass die vier absolut sympathisch und nicht abgehoben rüberkommen. Zu wünschen wäre Ihnen sicher noch der Aufstieg in Liga eins, aber wenn das nicht klappen sollte, kann man auch so mit Die Happy zufrieden sein. 2013 feiert man schließlich das 20jährige Jubiläum.
Einzige Abstriche bei der DVD ist manchmal die Bildqualität in der Totalen und auch, dass bei vielen Schnitten die Kamerakräne im Weg sind. Das hätte man auch etwas besser schneiden können.
Alles in allem ein Paket dass Lust und Laune macht und dem Event der 1000sten Show mehr als gerecht wird. 
Klasse Paket - 8,5 Punkte.   

The Last Vegas - Bad Decisions


Band: The Last Vegas
Album: Bad Decisions
Spielzeit: 45:47 Minuten
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 16. November 2012 

Wertung: 9,5 von 10

Trackliste:  


01. Beat To Hell
02. Other Side
03. Bad Decisions
04. Evil Eyes
05. Don’t Take It So Hard
06. She’s My Confusion
07. It Ain’t Easy
08. My Way Forever
09. Leonida
10. Devil In You
11. You Are The One
12. Good Night


Ein, von mir sehr geschätzter, Rockingboy Kollege (ich mag mich halt total gerne!!!) schrieb, als THE LAST VEGAS die kostenlose, digitale 3 Track EP "Other Side" veröffentlich hatten:

"Die in Chicago beheimateten Sleazer THE LAST VEGAS werden dieses Jahr ein neues Album veröffentlichen
und als kleine Einstimmung haben sie sich entschlossen, die digital EP "Other Side", als kleinen Vorgeschmack zu veröffentlichen.
Die 3 Songs umfassende EP kann man sich kostenlos, auf ihrer Homepage, downloaden.
Wenn das, bald erscheinende, Album nur halbwegs an die Qualität der 3 free Tracks heranreicht, dann erwartet uns ein Sleaze Rock Kracher!

Ihr solltet "Other Side" unbedingt antesten!"
(Quelle Facebook/Rockingboy)
Tja, und ich habe zu 100% recht behalten. Was soll ich großartig viele Worte, über das Sleaze Rock Album 2012, verlieren? Die Jungs agieren mit der Coolness und Lockerheit von BUCKCHERRY, schreiben bessere Songs als die Konkurrenz und agieren sehr rotzig, kompromisslos frech und eigenständig. Klar, die Helden GUNS 'N' ROSES, MÖTLEY CRÜE und AEROSMITH hört man teilweise heraus, aber TLV besitzen genügend Musikverstand, um nicht in den Sumpf der Clones zu versinken. Die eigenen Ideen sind überwiegend so verdammt stark, dass man über diesen Punkt ganz locker hinwegsehen kann. Egal welche Songidee sie ausarbeiten, man kann mit hoher Gewissheit davon ausgehen, dass das Endresultat ein Knaller/Hit ist. Die Ansammlung von griffigen Riffs und ins Ohr einschmeichelnde Melodien ist enorm hoch und der ganze Silberling versprüht den dreckigen und ehrlichen Charme/Spirit einer hungrigen und ehrgeizigen Kapelle. 

Neben den, von der EP, bekannten Tracks "Other Side", "Evil Eyes" und "It Ain't Easy" - gehören unter anderem auch zu den Highlights - lümmeln sich noch Perlen wie der straighte und räudige Opener "Beat To Hell", das vor hitpotential überlaufende "Don 't Take It So Hard" und der HANOI ROCKS - mäßige Titelsong - der Refrain ist echt eine Geilerei - auf dem Silberling ... ach watt schreib ich hier!! Das ganze Album ist einfach phantastisch ausgefallen und mit jedem Hördurchgang entdeckt man weitere Albumhighlights.

"Bad Decisions" ist ein saustarkes/perfektes Sleaze Rock Album geworden, welches einfach keine Schwachpunkte enthält.

Liebe Rockeros, wenn ihr auch nur ein bisschen etwas mit Sleaze anfangen könnt, müsst ihr euch den Silberteller ins heimische Wohnzimmer holen und euren Player, in sehr regelmäßigen Abständen, füttern, denn ansonsten verpasst ihr das absolute Jahreshighlight in diesem Genre.

Ich muss hier eine absolute Kaufpflicht aussprechen und von mir gibt es herrlich rotzige und schmierige 9,5 Punkte.

Götz 

Mittwoch, 14. November 2012

Bloodbound - In The Name Of Metal


Band: Bloodbound
Album : In The Name Of Metal

Spielzeit :  45:40
Veröffentlichung : 09.11.2012
Plattenfirma : Afm Records (Soulfood)
Homepage : http://www.bloodbound.se/




Wertung :  8,5 von 10



Tracklist:

1. In The Name Of Metal
2. When Demons Collide
3. Bonebreaker
4. Metalheads Unite
5. Son Of Babylon
6. Mr. Darkness
7. I’m Evil
8. Monstermind
9. King Of Fallen Grace
10. Black Devil
11. Bounded By Blood
12. Book Of The Dead (Bonus Track)


"In The Name Of METALLLLLLLLLLLLLLLLLLLLL" - mit einem markerschütternden Schrei ala Rob Halford beginnt die neue, nunmehr fünfte Langrille der Schweden Bloodbound, was auch gleichzeitig das Motto für die folgende dreiviertel Stunde vorgibt. Melodischer Powermetal in Reinkultur.  Die Produktion ist herrlich fett, vor allem der Drumsound ist sehr gut gelungen und treibt die Songs druckvoll nach vorne. Die Jungs hatten in der Vergangenheit ja einige Besetzungswechsel am Mikro, es ist zu hoffen, dass mit Patrik “Pata” Johansson (Dawn Of Silence)  endlich mal Ruhe ins Bandgefüge kommt. "In The Name Of Metal" kommt ohne jegliche ruhige Töne aus und fast jeder Song ist eine Hymne für sich, sei es der stampfende Titelsong, die Speedgranate "Bonebreaker" oder das etwas an Priests "United" erinnernde "Metalheads Unite", man kann sich dazu die bangenden Mähnen im Livekonzert bestens bildlich vorstellen. Trotz aller Härte kommt die Melodie nicht zu kurz, im Gegenteil. Es bleibt natürlich nicht aus, dass in manchen bekannten Gefilden gewildert wird, sei es nun Accept'sche Kosakenchöre wie "Metalheads Unite" oder das mehr als nur Edguy zitierende, ebenfalls rasend schnelle  "King Of Fallen Grace". Aber wer erfindet sich heutzutage schon neu, noch dazu in relativ eng gesteckten Genregrenzen? Einen Song besonders hervorzuheben fällt sehr schwer, da sich alle auf einem sehr hohen Niveau befinden und keinerlei Ausfälle zu verzeichnen sind. Vielleicht hätte ein ruhigerer Track für noch etwas mehr Abwechslung gesorgt aber das ist letztlich Jammerei auf sehr hohem Niveau. Fakt ist, dass die Scheibe hervorragend produziert ist, jeder Song für sich einen kleinen Metal-Ohrwurm darstellt und auch der Griff in die Klischeekiste (Lyrics/Cover etc.) nicht so bierernst ausfällt wie bei den mittlerweile peinlich gewordenen Manowar sondern hier eher mit einem Augenzwinkern geliefert wird. Das "Black Metal"-Image ist ja nun auch passe und so geben sich die Jungs auf ihrer Webseite nicht mehr so düster wie früher, was auch gar nicht zu der hier gebotenen Musik passen würde. 
Jedem Fan melodischen Metals seid diese Scheibe wärmstens empfohlen und man darf auch gespannt sein  auf etwaige Liveshows der Schweden, welche auch sehr gut abgehen dürften.
Mit wohlverdienten 8,5 Punkten mit Luft nach oben warte ich auf ein entsprechendes Tour-Announcement.  

Martin

 

Dienstag, 13. November 2012

Cradle Of Filth - The Manticore & Other Horrors


Band: Cradle of Filth
Album: The Manticore & other horrors
Spielzeit:51:37 min.
Plattenfirma: Peaceville Records
Veröffentlichung: 02.11.2012
Homepage: http://theorderofthedragon.com/

WERTUNG: 8 von 10

Trackliste:
01. The Unveiling of O
02. The Abhorrent
03. For Your Vulgar Delectation
04. Illictus
05. Manticore
06. Frost On Her Pillow
07. Huge Onyx Wings Behind Despair
08. Pallid Reflection
09. Siding With The Titans
10. Succumb To This
11. Sinfonia

Zwei Tage nach Halloween veröffentlichten die selbsternannten Vampir-Metaller Cradle of Filth ihr zehntes Studioalbum. In Manticore & other horrors beschäftigen sich die Briten thematisch mit den unterschiedlichsten Bestien. Das Fabelwesen, das im Albumtitel genannt wird, wird mit einem Menschen-Kopf, dem Körper eines Löwen und einem Schlangen-Schwanz dargestellt. Musikalisch gibt es jedoch nicht viel Neues. Der typische Cradle-Sound ist auch auf diesem Album zu hören. Atmosphärische, düstere Keyboard-Intros, die für die richtige Stimmung der Songs sorgen, sind auch hier an der Tagesordnung. Dennoch beweisen die Jungs beziehungsweise Mädels von Cradle of Filth, dass sie es noch können und ihrem Stil treu bleiben.

Die treibenden Rhythmen, die die Songs auszeichnen, die ganz gruselige Stimmung, die ausgedrückt wird und der ganz klare Ohrwurm-Charakter der Songs sprechen für die Band und deren kompositorisches Geschick. Mein persönliches Highlight ist For Your Vulgar Delectation. Hier tauchen einige Rhythmuswechsel auf und die Keyboardeinspieler wirken bedrohlich, wie akustische Messerstiche. Auch die Mischung an hohen und growligen Vocals von Dani Filth sorgen für enormen Wiedererkennungswert.
Insgesamt gesehen fällt das hohe Tempo auf, wie bei Illictus, Huge Onyx Wings Behind Despair oder dem Titelsong Manticore. Alles in allem ist das neue Cradle Album empfehlenswert und überrascht mit den ein oder anderen indischen Klängen, wie etwa im Titelsong.
Franziska